Sonntag, 17.12.2017
18:30 Uhr


Archiv

Region Verletzte bei Protesten - Hambachbahn blockiert

Die Hambach-Bahn war am Samstag gleich mehrfach blockiert. Außerdem ist ein Polizeiwagen mit Feuerwerkskörpern beschossen worden.


In der Nacht zum Samstag hatten sich sechs Aktivisten auf die Gleise zwischen Paffendorf und Bergheim gesetzt. Sie mussten zum Teil von der Polizei weggetragen werden, zum Teil gingen sie freiwillig. Zwei Demonstranten hatten sich durch eine mit Zement gefüllte Tonne miteinander verbunden. Sie mussten befreit werden.

Bis in die frühen Abendstunden hinein blockierten ca. 300 Personen die Hambachbahn (Nord- Süd- Bahn) zwischen den Kraftwerken Niederaußem und Neurath an drei Stellen. Die Polizei verhinderte den Versuch einer etwa 600 Personen starken Gruppe in direkter Nähe eine vierte Gleisblockade zu errichten. Mehrere Versuche die Absperrungen gewaltsam zu durchbrechen wehrten die Beamten ab. Die Polizei hat die Demonstranten festgenommen. Zum Abtransport hat sie kurzzeitig auch die Züge von RWE genutzt. Inzwischen sind alle Demonstranten wieder frei. Die Polizei hat Strafverfahren eingeleitet. Bei den Einsätzen sind bis zum Samstagabend sieben Polizisten verletzt worden - inklusive Nasenbruch nach einem Faustschlag ins Gesicht. Eine Aktivistin wurde leicht verletzt - einem anderen Aktivisten war schlecht geworden, sagt die Polizei.

Die Hambach-Bahn bringt die Kohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken im Rheinischen Revier.

Im Bereich des Kraftwerks Neurath gab es mehrere friedliche Sitzblockaden. Die Teilnehmer lösten diese im Laufe des Samstagabends selber auf. Auf den Betrieb der Kraftwerke hatten die Blockaden nach ersten Informationen keine Auswirkungen. Der Betreiber RWE hatte vorsorglich viel Braunkohle auf dem Betriebsgelände eingelagert.

Auf einem Stück der alten A4 hat es in der Nacht zum Samstag auch einen Angriff auf ein Polizeiauto gegeben. Der Wagen wurde mit Feuerwerkskörpern und mit Steinschleudern beschossen. Das Auto wurde beschädigt - die Beamten blieben unverletzt, teilt die Polizei mit. Bis auf drei Aktivisten sind inzwischen alle Festgenommenen wieder frei. (28.08.17)


Anzeige
Zur Startseite