Nicht wenige irrten im Jahre 2001 in der Annahme, dass das gleichnamige Debütalbum von Tenacious D nichts anderes sei als die Überführung von Jack Blacks Leinwand-Spinnereien auf die Rockbühnen dieser Welt. Das mag zunächst gestimmt haben. Doch wer sich die Songs genauer anhörte, entdeckte mehr. Inmitten der Sauereien, den offensiv plumpen Rockhistorie-Referenzen und den "Saturday Night Fever"-Blödeleien gab es ausgefuchstes Songwriting und stilvoll arrangierte Verbeugungen vor Rock-Dinosauriern wie Led Zeppelin und AC/DC, subversive satirische Querverweise zu Spinal Tap und Alice Cooper inklusive. Und genau diese großartige Gratwanderung schafft "Rize Of The Fenix" nun wieder.
Natürlich ist der krude Humor von Black und seinem Gitarre spielenden Herzens-Kumpel Kyle Gass nicht jedermanns Sache. Doch hat man das Duo indes einmal live erlebt, und sei es nur auf DVD, weiß man, dass die beiden es tief in ihren Rocker-Herzen höllisch ernst meinen. Mit dem erneut überaus unterhaltsamen Nachfolger "The Pick Of Destiny" konnten Tenacious D 2006 ihren Kult-Status zwar noch weiter ausbauen, der kreative Höhenflug des Duos wurde aber jäh durch die gleichnamige Spielfilm-Klamotte, die auf das Album folgte, unterbrochen. Die überdrehte Umsetzung war für viele Geschmäcker dann doch zu viel des Guten, zu wenige Kinogänger goutierten das. Nach dem Flop folgte eine Pause, in der die beiden wieder ihren Alltagsgeschäften nachgingen.
Mit "Rise Of The Fenix" starten Tenacious D nun wieder durch, vom ersten Ton an ist wieder alles da, was "The D" ausmacht: Das bekannte übergeordnete Thema von der Suche nach dem besten Song der Welt, gefolgt von einem willenlosen Plot: Val Kilmer stirbt durch eine von Gass abgefeuerte Kugel, die eigentlich Black galt, dazu gesellt sich der Fenix, der eigentlich ein Penis ist.
Die Story, ob sie nun vom Hörer erkundet wird oder nicht, ist nettes Beiwerk, das man nicht unbedingt verstehen muss. Hauptsache, Longtime-Buddy Dave Grohl mischt wieder als Aushilfs-Drummer mit und das Album ist prall gefüllt mit tollen Hooks und höllisch guten Referenzen von ABBA bis The Who, von The Sweet bis Black Sabbath und, und, und. Mit dem vielschichtigen Titelsong, dem theatralisch-hymnischen "Roadie" und dem finalen "39", das auch Bob Seger zur Ehre reichen würde, haben Tenacious D auch noch die stärksten Songs ihrer Karriere mit reingepackt. Ein großes Vergnügen - vorausgesetzt man stört sich nicht am allseits gegenwärtigen Chauvi- und Fäkal-Humor der beiden talentierten Weirdos.
Constantin Aravanlis
| Audio CD | |
|---|---|
| Bewertung | ausgezeichnet |
| CD-Titel | Rize Of The Fenix |
| Bandname/Interpret | Tenacious D |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Rock |
| Erhältlich ab | 11.05.2012 |
| Label | Columbia |
| Vertrieb | Sony |
| Laufzeit | 45:00 |
| EAN Code | 0886919523225 |

