Zwei Jungs, Gitarre und Schlagzeug. Eine unbändige Leidenschaft für ungezügelten Rock'n'Roll, die auch mal in von Alkohol befeuerten, durchgemachten Nächten enden kann. Drauflos spielen, ohne an das Morgen zu denken, das vielleicht schon das Ende bedeuten könnte. Eine wildromantische, fast schon naiv-unschuldige Herangehensweise? Ja. Und so ähnlich geht die Geschichte der Japandroids tatsächlich. Das kanadische Duo hatte fast schon aufgegeben, mit seiner Musik ein größeres Publikum zu finden, erntete aber mit seinem Debüt "Post-Nothing" (2009) Kritikerlob und genoss seitdem mindestens Geheimtippstatus. Und nun? Wird mit "Celebration Rock" einfach nur weiter gefeiert?
Ja und nein. Der Opener "The Nights Of Wine And Roses" beginnt mit den Geräuschen eines Feuerwerks, Gitarre und Schlagzeug setzen ein, zunächst ohne gegenseitiges Taktverständnis. Denn hier soll der Rock zelebriert werden. Ein Rock, der sich allein aus der Kraft von zwei Musikerfreunden in einem Raum speist. Hier muss nichts perfekt sitzen, der gemeinsame Spaß ist Antrieb, ist Weg und Ziel zugleich. Und Brian King (Gesang, Gitarre) und Dave Prowse (Gesang, Schlagzeug) lassen auch wissen, dass sich der Treibstoff für ihre Musik nicht geändert hat: "Long lit up tonight / And still drinking / Don't we have anything to live for? / Well of course we do / But until they come true / We're drinking", heißt es da. Trinken, gemeinsam spielen, egal, was kommt: Dabei bleibt es auf "Celebration Rock".
Doch die beiden spielen ihren herrlich lärmenden Songs nicht mehr nur für sich allein. Die häufig auftauchenden euphorischen "Oh-oh-ohs"-Gesänge denken das Publikum gleich mit. "Wir haben versucht, die Sounds zu simulieren, die die Crowd während dieser Songs machen könnte", erklärte King unlängst in einem Interview. So kommt es, dass ihr ungefilterter, fast unproduzierter Noise-Rock hymnischer klingt als auf ihrem Debüt. Und ja, damit sind die Japandroids nur noch einen Produktionsschritt von populären Acts wie den Indie-Rockern The Hold Steady oder den Emo-Poppern Jimmy Eat World entfernt.
Aber das ist vielleicht Zukunftsmusik. Bis jetzt musizieren die Japandroids nur für den Augenblick. Und lassen nach nur acht Songs, nach kurzen, aber unterhaltsamen 35 Minuten erneut Feuerwerkssalven erklingen. Und schöner als die zwei Gerade-noch-Jungs (beide gehen auf die 30 zu) kann man Rock im Moment auch nicht feiern.
Stefan Weber
| Audio CD | |
|---|---|
| Bewertung | ausgezeichnet |
| CD-Titel | Celebration Rock |
| Bandname/Interpret | Japandroids |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Indie-/Noise-Rock |
| Erhältlich ab | 08.06.2012 |
| Label | Polyvinyl |
| Vertrieb | Cargo |
| Laufzeit | 35:10 |
| EAN Code | 0644110023827 |

