Musik / CD

Lynyrd Skynyrd: Last Of A Dyin' BreedNicht totzukriegen

Lynyrd Skynyrd leben von ihrem Mythos. Das vielleicht gleich vorweg. Denn mit der Band, die die unsterblichen Hymnen "Sweet Home Alabama", "Free Bird" und "Simple Man" schrieb, hat das heutige Southern-Rock-Gespann nicht mehr viel gemein - außer Gitarrist Gary Rossington haben mittlerweile alle Originalmitglieder das Zeitliche gesegnet. Dass die Band mit dem Tod von Ur-Sänger Ronnie Van Zant und Songwriter Steve Gaines bei einem Flugzeugabsturz im Jahre 1977 ihre kreativen Köpfe verlor, trug nur weiter zur Legendenbildung bei - wenn es nicht sogar der eigentliche Grund für die Heiligsprechung von Lynyrd Skynyrd war. Allen Unkenrufen zum Trotz lebt nicht nur der Mythos, sondern auch der Sound der Band weiter - auf dem 13. Studio-Album "Last Of A Dyin' Breed".

Klar hat die jetzige Konstellation der Südstaatler eher etwas von einem künstlich am Leben gehaltenen Koma-Patienten als von einem kerngesunden Ausdauersportler. Und auch die Kritiker, die Rossington unterstellen, er sei vor allem auf die Tantiemen und die Dollars scharf, dürften nicht ganz unrecht haben. Wenn aber weiterhin Alben wie "Last Of A Dyin' Breed" dabei entstehen, darf der Gitarrist auch weiterhin gerne mit dem Bandnamen seine Rechnungen bezahlen. Natürlich ist die aktuelle Platte kein zweites "Second Helping" (1974) und schon gleich dreimal kein weiteres "(pronounced 'lèh-'nérd 'skin-'nérd)" (1973). Doch das vorhandene Material hat durchaus starken Charakter, wenn die Songs auch nicht ganz so hymnenhaft wie noch vor 40 Jahren erklingen.

Lynyrd Skynyrd begehen nicht den Fehler, den Sound der 70er-Jahre komplett kopieren zu wollen. Würden sie auch gar nicht mehr schaffen, da darf und muss man sich nichts vormachen. Vielmehr wurde wert darauf gelegt, zeitgemäßer und kompakter zu klingen, was den elf Songs auch zugutekommt. Das Gros der Lieder ist staubtrockener und bluesiger Southern-Rock - mit viel Groove, Gitarren-Soli und Wah-Wah-Pedal-Einsatz. Dazu blitzt immer wieder die Hammond-Orgel auf, und auch auf mehrstimmigen Gesang - männlich wie weiblich - wurde nicht verzichtet.

Zerstört Rossington aber am Ende noch doch den Mythos seiner eigenen Band, oder besser gesagt, den Namen Lynyrd Skynyrd mit jedem weiteren Output? Puristen und Die-Hard-Fans würden definitiv mit Ja antworten. Aber, wie kann man etwas zerstören, das schon längst unsterblich ist?

Ben Hiltrop

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelLast Of A Dyin' Breed
Bandname/InterpretLynyrd Skynyrd
GenreRock/Pop
GenreSouthern Rock
Erhältlich ab17.08.2012
LabelRoadrunner
VertriebWarner
Laufzeit45:01
EAN Code0016861764425
Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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