Das muss ein großartiges Gefühl sein: Da kehrt eine Band nach 30 Jahren zurück und wird begrüßt, als ob sie nie weg gewesen wäre. So erging es Bad Company, als sie 2010 nach Großbritannien kamen. Sie sahen, siegten und spielten als Höhepunkt dort, wo alle spielen wollen: "Live At Wembley".
Wie unterscheidet sich das Touren 2010 im Vergleich zu den Siebzigern? "Wir können uns daran erinnern", witzelt Gitarrist und Mitgründer Mick Ralphs, "wir sind viel vernünftiger und ordentlicher". Die wilden Zeiten sind vorbei. Die Songs sind geblieben. "Live At Wembley" ist eine gnadenlose Rückbesinnung auf die erfolgreichen Anfangsjahre. Die späteren Bad Company ohne Paul Rodgers? Lass gut sein. Der 90-minütige Auftritt gehört den Favoriten. 16 an der Zahl sind es, darunter "Can't Get Enough", "Bad Company", "Seagull" sowie das auf der CD-Fassung des Konzertmitschnitts nicht enthaltene "Burnin' Sky". "Shooting Star" beeindruckt nicht nur durch Begleitbilder auf der Videowand, "Feel Like Makin' Love" auch durch die rege gesangliche Publikumsbeteiligung.
Bad Company sind auf gewisse Weise eine typische Reunion-Band: Sie betonen, dass zu ihren Konzerten neben den alten Fans auch ganz viele junge Menschen kommen, und heben auf der Bühne demonstrativ den Spaßfaktor hervor. Das hier ist schließlich keine Altherrenbank mit Kreditkartenannahme.
Ihre Darbietung ist mehr als respektabel, was vor allem einem zu verdanken ist: ihrem Frontmann. Paul Rodgers hat seinen 60. Geburtstag bereits hinter sich. Gemessen an seinem Alter besitzt er eine großartige Stimme. Er kann ein Muskelshirt tragen, ohne peinlich zu wirken und darf seinen Mikrofonständer behandeln, als hätte es die letzten 30 Jahre tatsächlich nie gegeben. Dass der Mann fit ist, verwundert kaum, hat er sich doch in der jüngsten Vergangenheit an der Aufgabe versucht, als Partner von Queen das Erbe des Freddie Mercury zu verwalten. Bei Bad Company dagegen ist er in seinem Revier. "Das alte Feuer war wieder da", meint er im Interview, welches als Extra auf der DVD zu finden ist. Es brennt. Auf und vor der Bühne. Und Schlagzeuger Simon Kirke bemerkt in einer leicht lausbübischen Art: "Ich bin fassungslos, schockiert, erstaunt und hoch erfreut, dass uns die Leute nach all dieser Zeit immer noch mögen."
Alexander Diehl
| Audio DVD | |
|---|---|
| Filmbewertung | überzeugend |
| Filmname | Live At Wembley |
| Bandname/Interpret | Bad Company |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Rock |
| Titel | Live At Wembley |
| Studio | Eagle Vision |
| Vertrieb | edel |
| Bildformat | 1:1,78 (anamoprh) |
| Tonsystem | DTS Surround, Dolby Digital |
| Sprachen | Englisch (5.1, 2.0) |
| Extras | Interview |
| Freigabealter | ohne Altersbeschränkung |
| Laufzeit | ca. 110 Min. |
| Erhältlich ab | 24.06.2011 |
| Preis | ca. 17 Euro |
| EAN Code | 5034504982949 |
| Anspieltipp | 8 |
| Bewertung Bild | gut |
| Bewertung Ton | gut |
| Bewertung Extras | gut |

