Willkommen zurück in den 80-ern. In einer Zeit, als die Kinohelden keine glattgebügelten Alleskönner waren. "Lockout" ist ein Sci-Fi-Actionabenteuer mit B-Moviecharakter, das über einen hohen Unterhaltungswert verfügt. Wobei: Was die Grundkonstellation der Story betrifft (Drehbuch: James Mather, Stephen St. Leger, Luc Besson), erinnert der Film dann doch reichlich unverhohlen an einer Kultklassiker aus alten Zeiten.
Irgendwann in der Zukunft hat die US-Regierung einen Beschluss gefasst. Die übelsten Verbrecher werden in ein eigenes Gefängnis verlegt, das 50 Meilen über der Erde kreist. Dort wurden sie in eine Art Tiefschlaf gelegt. Die Präsidententochter Emilie (Maggie Grace) will sich vor Ort von den Haftbedingungen überzeugen. Doch aufgrund einer Nachlässigkeit gelingt den Gefangenen der Ausbruch. Sie nehmen Emilie als Geisel und verlangen ihre Freilassung.
Bevor man notfalls den ganzen Knast in die Luft jagen würde, Emilie inklusive, starten die Verantwortlichen auf der Erde noch einen Rettungsversuch. Der Undercover-Agent Snow (Guy Pearce) wurde wegen Mordes verurteilt und soll in den überirdischen Knast gebracht werden. Doch weil er über beachtliche Einzelkämpfer-Qualitäten verfügt, bietet man ihm einen Deal an: Snow soll alleine hochfliegen und die Präsidententochter befreien. Gelingt das Unternehmen, erhält er Straffreiheit. Im Gefängnis hat es Snow fortan mit einer riesigen Horde Schwerverbrecher zu tun.
"Escape From Earth" wäre, so wird kolportiert, der mögliche Titel eines dritten Teils von "Escape From New York" (in Deutschland: "Die Klapperschlange") gewesen, zu dem es dann aber nie kam. Das Buch zu "Lockout" hätte bestens gepasst. Es enthält so viele Parallelen zur "Klapperschlange" und der Fortsetzung "Escape From L.A.", dass man es kaum glauben mag. Von der Grundidee eines ausgelagerten Gefängnisses über die Präsidententochter bis hin zum stoischen Einzelkämpfer und Anti-Helden wiederholt sich hier nahezu alles. Sogar das Finale des Films, bei dem der Held sich eines klugen Kniffs bedient, erinnert an den Kultklassiker von John Carpenter. Aber übelnehmen mag man das "Lockout" nicht.
Denn: Anhänger der "Klapperschlange" werden es schlicht genießen, sich in den gut anderthalb Stunden Film immer wieder vorzustellen, was Snake Plissken (1981 und 1996 von Kurt Russell gespielt) wohl in jeder einzelnen Situation getan hätte. Derweil entwickelt Guy Pearce, bisher nicht gerade als König des Actionfilms bekannt, echte Qualitäten als Antiheld. Snow ist sarkastisch, manchmal überheblich, nimmt kaum etwas ernst, hat zahllose originelle One-Liner und entpuppt sich im Verlauf der Geschichte als durchaus eigenständige und sympathische Figur, die zu beobachten eine wahre Freude ist.
Nach etwas zähem Beginn halten die Regiedebütanten James Mather und Stephen St. Leger das Tempo hoch. Den interessanten Nebenfiguren, allen voran den durch und durch miesen Verbrecherbrüdern Hydell (Joseph Gilgun) und Alex (Vincent Regan), gibt der Film ausreichend Raum. Und: Die Regisseure und Autoren legen Wert auf jenen ganz speziellen Humor, der Actionfilmen in den 80er-Jahren wie "Stirb langsam" oder auch "Die Klapperschlange" eigen war. "Lockout" nimmt sich selbst nicht wirklich ernst und lässt auf diese Weise den Vorwurf, nicht mehr als ein Plagiat zu sein, locker an sich abprallen.
Kai-Oliver Derks
| Kinofilm | |
|---|---|
| Filmbewertung | überzeugend |
| Filmname | Lockout |
| Originaltitel | Lockout |
| Starttermin | 10.05.2012 |
| Regisseur | James Mather, Stephen St. Leger |
| Genre | Science Fiction |
| Schauspieler | Guy Pearce |
| Schauspieler | Maggie Grace |
| Schauspieler | Peter Stormare |
| Entstehungszeitraum | 2012 |
| Land | F |
| Freigabealter | 16 |
| Verleih | Universum |
| Laufzeit | 98 Min. |












