Kino / Portraits

"Unser Beruf ist es, Geschichten zu erzählen"

Lucy Scherer / Moritz Tittel avanvieren zum Staffelstart am 6. September zum Traumpaar bei "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, ARD)

Traumpaar? Langweilig. Schon in der siebten Staffel des ARD-Quotenhits "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr) waren drei einer zu viel, und Moritz Tittel kämpfte in der Rolle des Konstantin Riedmüller gegen seinen Bruder um eine Frau. Zum Start der achten Staffel dreht sich der Spieß um, und er findet sich zwischen zwei Verehrerinnen wieder: Marlene (Lucy Scherer), die bereits hoffnungslos in Konstantin verliebt ist, bekommt Konkurrenz von der eigenen Mutter. Denn die Sängerin Natascha Schweitzer (Melanie Wiegmann) hat es ebenso wie sie auf den attraktiven Barkeeper abgesehen. Ohne zu viel zu verraten: Die brisante Dreieckskonstellation gewinnt zum Staffelstart am 6. September erst so richtig an Fahrt.

Ein Knall, ein Fall, ein verlegener Blick. Moritz Tittels Knie dürften inzwischen die Farbe des Himmels angenommen haben, der an diesem Drehtag besonders blau strahlt. "Von hier aus sah es super aus, aber ich hätt's auch gern in der Kamera gesehen. Ein letztes Mal, Moritz", schwäbelt Regisseur Dieter Schlotterbeck. Also muss Moritz noch einmal schreckerfüllt vor seiner Serienpartnerin Lucy den Putzeimer fallen und sich selbst auf die Knie sinken lassen. Dann aber ist auch diese Szene nach nur 15 Minuten im Kasten.

Das ging flott heute, immerhin sind pro Szene immer mindestens 30 Minuten Drehzeit eingeplant. Hier auf dem Münchner Bavaria-Gelände, am Set der ARD-Serie "Sturm der Liebe", deren Quote auch noch im siebten Serienjahr durchschnittlich knapp über zehn Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern erreicht, herrscht eine heitere Stimmung. Doch es wird aufs Tempo gedrückt. Nur eine kurze Kaffeepause für die Schauspieler gibt dem Team Zeit, die nächste Szene vorzubereiten.

So gehe es eben zu bei einer Serie, lassen die beiden Youngsters dann auch erst mal im Gespräch wissen. "Hier ist vieles mit der heißen Nadel gestrickt. Ein langes Wochenende, um sich mehr auf die Szenen vorzubereiten, wäre schon mal schön", erklärt Moritz Tittel, der schon seit über einem Jahr bei "Sturm der Liebe" den Barkeeper Konstantin spielt. Doch er weiß auch die guten Seiten einer täglichen Serie zu schätzen. "Ich stehe morgens auf und weiß, was ich zu tun habe."

Diese Regelmäßigkeit mag für manchen nach langweiliger Routine klingen, für einen sonst oft ruhelosen Schauspieler aber ist es ein willkommenes Stückchen Normalität. Hildesheim, Berlin, Freiburg, Altenburg. Dank vieler Theaterengagements hat Moritz bereits in zahlreichen Städten gelebt. Aufgewachsen ist der gebürtige Münchner im Schwarzwald. Zurück in seiner Geburtsstadt hat er jedoch mal wieder kaum Zeit, München wirklich kennenzulernen. "Ich kenne nur die Isar und den Flaucher, sagt man das so? Den Flaucher?" Man merkt, die meiste Zeit verbringt ein Serien-Darsteller eben auf dem Set-Gelände.

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Da geht es seiner neuen Partnerin Lucy Scherer nicht anders. Sie ist noch ganz frisch dabei und steht seit zwei Monaten vor den "Sturm der Liebe"-Kameras. Auch sie wurde in München geboren, doch sie wuchs in Regensburg auf und kennt auch noch nicht viel von Bayerns Hauptstadt. Statt Sightseeing war für die 31-Jährige bisher jede Menge Probearbeit für ihre Rolle angesagt. Immerhin geht es zum Staffelstart am 6. September gleich sehr turbulent zu. Musikmanagerin Marlene verliebt sich in Konstantin - leider passiert exakt dasselbe auch ihrer Mutter, Natascha Schweitzer, gespielt von Melanie Wiegmann, einem weiteren attraktiven Neuzugang am "SdL"-Set.

Konstantin und Lucys Serien-Mutter Natascha hatten bereits in der ersten Woche heiße Kussszenen auf dem Drehplan, wie Natascha-Darstellerin Melanie Wiegmann verrät. Ob das für Moritz komisch ist? "Nee, das ist wie jede andere Rolle auch. Unser Beruf, das ist halt, Geschichten zu erzählen", raunt der 34-Jährige cool mit tiefer Stimme. Wie er da sitzt, in James-Dean-Manier, mit der Zigarette im Mundwinkel, glaubt man ihm auch, dass er selbst niemals in einem Fünf-Sterne-Hotel wie dem "Fürstenhof" der Serie absteigen würde. "Ich bin da eher der Typ Backpacker. Im Urlaub brauche ich nicht viel", so der Schauspieler. Ähnlich geht es seiner Kollegin Lucy, die ihren nächsten Urlaub in einer kleinen Finca auf Malta geplant hat, ganz unkompliziert also.

Bei der Story, die sich für die beiden Darsteller ab September in der Serie anbahnt und Marlene in die direkte Liebeskonkurrenz zu ihrer Mutter Natascha Schweitzer bringt, musste sich die sonst eher quirlige Lucy ein wenig umstellen und als Marlene Schweitzer einen Gang zurückzuschalten. "Ich würde da viel offensiver vorgehen als Marlene", beteuert die blonde Schauspielerin lachend. Dennoch findet sie in ihrem Serien-Ego einige Parallelen zu der echten Lucy. "Wir sind beide sehr warmherzig und feinfühlig", so die ausgebildete Musical-Darstellerin.

Eine Parallele findet sich auch zwischen den Schauspielern Moritz und Lucy: Beide sind leidenschaftliche Musiker. Während Lucy bereits eigene Songs aufgenommen hat, singt Moritz, der am 23. August seinen 35. Geburtstag feiert, zunächst noch lieber in der Drehpause selbst geschriebene Songs auf der Gitarre. "Das ist für mich Ablenkung pur", erklärt er. Und Lucy fügt ebenfalls strahlend hinzu: "Eine eigene CD mit eigenen Songs, das wäre mein nächster großer Traum."

Was die Zukunftsplanung angeht, greifen beide jedoch nach anderen Sternen. Während Moritz von einem Engagement auf einer großen Theaterbühne träumt, blickt Lucy gar scherzend Richtung Hollywood: "Also wenn Quentin Tarantino jetzt anrufen würde, ich würde nicht Nein sagen", witzelt sie, und ihr herzliches Lachen breitet sich über dem Studio-Gelände aus. In einem sind sich die Beiden einig: In der Serie müssen Marlene und Konstantin das neue "Sturm der Liebe"-Traumpaar werden. Ob das die Zuschauer genauso sehen werden?

Pia Mecklenburger

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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