Teufelskicker
Kleine Fußballer auf großer Leinwand
In der neuen Umgebung fernab seines geliebten SV Hulstorf
versucht Moritz, in den örtlichen Elite-Fußballverein
zu kommen. Doch hat er nicht mit dem versnobbten Trainer
Rothkirch (Armin Rohde) und dessen fiesen Sohn gerechnet. Die
setzen alles daran, dass er sich schlecht und untalentiert
vorkommt. Dem verträumten Dribbler bleibt nichts anderes
übrig, als seine eigene Mannschaft aus dem (Schulhof-)Boden
zu stampfen: Gemeinsam mit einer zusammengewürfelten Zahl
von Außenseitern gründet er die
"Teufelskicker", die ihrem großspurigen Namen
zumindest anfangs alles andere als gerecht werden können.
Damit Moritz es allen zeigen kann, muss die Kickertruppe das
nächste Turnier gewinnen, und dafür braucht es nicht
nur einen Trainingsplatz, sondern auch viel Übung, um das
fehlende Talent seiner Mitstreiter zu kompensieren.
Es ist der kindgerechten Fußballkomödie anzumerken,
dass sie sich von dem mittlerweile etwas ausgezehrten Charme nach
dem "Wilde Kerle"-Schema absetzen möchte:
Filmemacher Henman setzt auf eine bunte Auswahl an originellen
Charakteren und eine unspektakuläre Rahmenhandlung, um seine
Geschichte über Teamgeist im Sport und in der Familie
lebensnah zu erzählen. Großartig zeigt sich Benno
Fürmann als Vater und Ehemann, der sich seiner Schuld nur
allzu bewusst ist, aber sichtlich Probleme dabei hat, seine
taktischen Fähigkeiten vom Fußballfeld auf das
Schlachtfeld seiner Ehe zu übertragen, um seine geliebte
Frau wiederzugewinnen. Diana Amft in der Rolle der gluckenhafte
Mutter und enttäuschten Gattin überzeugt nicht minder.
Doch im Mittelpunkt stehen die Jungdarsteller, allen voran Henry
Horn, Frontmann der Teenie-Rockband Apollo 3, der in der Rolle
des kleinen Ballkünstlers Moritz sein Kinodebüt gibt.
Im Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen zeigt sich das
gewissenhafte Casting: Von Dario Barbanti als Parkour-Hüpfer
Alex bis hin zu Kaan Aydogdu als vorlautes Plappermaul Enes wurde
ein Ensemble zusammengestellt, dem man bei seinem herrlich
bodenständigen Kampf gegen das (Fußball-)Establishment
gerne zuschaut. Da stört es auch nicht, dass der Herr
Regisseur die zentralen Frauenrollen mit seiner
Lebensgefährtin Diana Amft und seiner Tochter Cosima besetzt
hat. Und für die echten Fußballfans schauen sogar Lukas
Podolski und Phillipp Lahm mal vorbei.



















