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Snow White & The HuntsmanWer ist die Schönste im ganzen Land?

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Irgendwie ist man Disney dankbar dafür, dass das Projekt "Order of the Seven" doch noch zu den Akten gelegt wurde: Auch wenn das Martial-Arts-Abenteuer (!) erst in ein paar Jahren in die Kinos gekommen wäre, sind drei Adaptionen des Schneewittchen-Stoffes in so kurzer Zeit wohl zu viel des Guten. Wobei im Direktvergleich vom im April gestarteten "Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" und der aktuellen Gebrüder-Grimm-Bearbeitung "Snow White & The Huntsman" nicht unbedingt auffällt, dass sich Hollywoods Märchenerzähler an ein und derselben Vorlage bedienten.

Klar, ohne Schneewittchen und eine böse Königin kommen beide Filme nicht aus - in "Spieglein Spieglein" musste sich Lily Collins vor den Attacken von Julia Roberts hüten, in "Snow White & Huntsman" trachtet nun Charlize Theron "Twilight"-Star Kristen Stewart nach dem Leben. Aber schon in der Zwergenfrage ist man sich uneins: Während sich Lily Collins im Wald bei sieben Zwergen einquartiert, zählt der aufmerksame Zuschauer um Kristen Stewart herum revolutionäre acht Halblinge.

Der gravierendste Unterschied fällt jedoch sofort ins Auge: Leuchtete Tarsem Singhs "Spieglein Spieglein" in den kräftigsten Farben, gestaltete Rupert Sanders die Welt von "Snow White & The Huntsman" optisch wie inhaltlich deutlich düsterer. Sein Film ähnelt eher dem dritten Teil der "Herr der Ringe"-Reihe als etwa Disneys Märchenmusical "Verwünscht".

Schon nach fünf Minuten führt der Werbespotregisseur im komplett humorbefreiten Abenteuer in die erste Schlacht, in der schwarze Ritter unter der Wucht des königlichen Schwertschlags in tausend Kristalle zerspringen. In dieser anheimelnden Umgebung entdeckt Schneewittchens verwitweter Vater die schöne Ravenna. Viel Freude soll er an seiner Braut nicht haben - sie tötet ihn, bevor die Ehe vollzogen werden kann.

Julia Roberts mag in "Spieglein Spieglein" die stärkere Präsenz zeigen, als die bösere Königin geht im Direktvergleich eindeutig Charlize Theron hervor. Ihre Ravenna, die das Autorenteam um Evan Daugherty an die Blutgräfin Elisabeth Báthory anlehnte, scheut sich nicht davor, sich die Hände schmutzig zu machen. Sie mordet selbst, mit Messern und Magie - was eine Reihe von äußerst ansehnlichen Special Effects rechtfertigt.

Im Falle von Snow White jedoch benötigt die böse Königin ein wenig Hilfe: Die Stieftochter entkam in einer rasant inszenierten Szene aus ihrem Gefängnis in den dunklen Wald; einen Ort mit eigenem, nicht weniger bildgewaltigen Zauber, an dem Ravenna keine Macht hat. Darum lockt die gekrönte Hexe einen Jägersmann (Chris Hemsworth, der derzeit als Thor in "The Avengers" die Welt rettet) mit dem Versprechen, seine tote Frau wieder zum Leben zu erwecken, sobald er ihr Snow White bringt ...

Jede ihrer Figuren statteten Daugherty und Co. mit einem nachvollziehbaren Motiv für ihr Handeln aus - Snow White, der Jäger, die Zwerge, der Prinz (Sam Claflin, "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten"), der in diesem Fall "nur" Sohn eines Herzogs und Guerilla-Bogenschütze ist; selbst die böse Königin hat einen besseren Grund als schlichte Eitelkeit, um Snow White den Tod zu wünschen. Nur werden die Charaktere leider zu stark auf ihre Motive reduziert - eine wirkliche Persönlichkeit erhielten nicht mal die Titelfiguren. Allerdings konnte Rupert Sanders so auch gut kaschieren, dass Stewart und Hemsworth bei all ihrer Popularität nun nicht gerade überbordendes darstellerisches Talent besitzen.

Tragen könnten die beiden den Film nicht, schon gar nicht dann, wenn Sanders das Tempo merklich drosselt - da sind schon Scharmützel, Effekte und eine bitterböse Königin zu Zerstreuung notwendig. Doch auch wenn Stewart wie gewohnt mit halb offenem Mund in die Gegend starrt und Hemsworth mit durchgedrücktem Kreuz durch die Prärie stapft: Sie ziehen gut genug mit, um Hauptdarsteller in ihrem Film zu bleiben - worum sie Lily Collins, die in "Spieglein Spieglein" von Julia Roberts schon fast vorgeführt wurde, ernsthaft beneiden darf.

Annekatrin Liebisch

Kinofilm
Filmbewertungüberzeugend
FilmnameSnow White & The Huntsman
OriginaltitelSnow White and the Huntsman
Starttermin31.05.2012
RegisseurRupert Sanders
GenreFantasy
SchauspielerKristen Stewart
SchauspielerCharlize Theron
SchauspielerChris Hemsworth
Entstehungszeitraum2012
LandUSA
Freigabealter12
VerleihUniversal
Laufzeit127 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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