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Minecraft Xbox 360 EditionKlötzchen statt kleckern

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Vom Nerd zum Millionär: "Minecraft" hat den Schweden Markus "Notch" Persson in den letzten Jahren zu einem reichen Mann gemacht - und zu einer Ikone unter den unabhängigen Kleinentwicklern. Fast sechs Millionen Mal wurde das Baukastenspiel seit der Erstveröffentlichung im Mai 2009 kostenpflichtig heruntergeladen und mit Preisen überhäuft. Trotz oder gerade wegen einer einer unfassbar rückständigen Klötzchengrafik. Nun erscheint der Titel auch für die Xbox 360 - und zeigt sich überraschend komfortabel.

Für alle, die dem Phänomen "Minecraft" bislang nicht in der virtuellen Realität oder bei Youtube begegnet sind: Der Titel ist Überlebenstrip, Bastelstube und kreative Spielwiese in einem. Es gibt keine Geschichte, kein Ziel. Oder so viele Ziele. Der Spieler wird nach dem Start als eine Art Robinson Crusoe in einer Welt voller quadratischer Klötzchen ausgesetzt, die vor seinen Augen entsteht und in der er sich fortan nahezu beliebig austoben kann.

Wer mit bloßen Händen ein erstes Loch in den Boden gräbt, hat schon bald das Verlangen, sich ein gemütliches Heim zu bauen - von der einfachen Höhle mit Guckloch bis hin zum Glaspalast. Fast alles ist möglich. Doch wer höher hinaus will, braucht neue Rohstoffe und besseres Werkzeug. Das wiederum stachelt den Forscherdrang an und ermutigt zum Erkunden neuer Gebiete und tiefer Höhlen.

Die weitläufigen Landschaften sind nicht unbelebt. Tagsüber tollen Hühner, Schweine, Schafe, Kühe und Wölfe herum, die sich sogar domestizieren lassen. Nachts kommen Zombies, Skelette und Spinnen aus ihren Löchern und bedrohen den Spieler. Da hilft nur, sich ein gutes Versteck zu suchen und auf den Sonnenaufgang zu warten - oder sich später mit selbst geschaffenen Waffen zur Wehr zu setzen.

"Minecraft" macht schneller süchtig, als man denkt. In Nullkommanichts ertappt man sich dabei, wie man nächtelang unterirdische Gangsysteme erforscht und alles daran setzt, an Rohstoffe wie Kohle, Eisen, Schwefel oder Gold zu kommen. Mit diesen lassen sich die unterschiedlichsten Dinge erschaffen - Fackeln etwa. Treppen. Zäune. Schmelzöfen. Sogar elektrische Schaltungen sind möglich. Oder ein simples Boot, mit dem man über die Meere rudert.

Mussten PC-Spieler noch selbst herausfinden, wie man die Rohstoffe auf der Werkbank drapiert, um einen bestimmten Gegenstand zu bekommen, ist das Handwerken in der Xbox-360-Version deutlich komfortabler ausgefallen. Hier sucht man sich über ein Menü einfach das gewünschte Endergebnis aus - und bekommt sofort angezeigt, welche Zutaten noch fehlen. Dadurch wird zwar die Bastel- und Experimentierfreude etwas geschmälert, dafür hat man viel mehr Zeit, sich den zunehmend komplexeren Konstruktionen zu widmen. Ohnehin muss man den Machern ein Kompliment aussprechen: Die Controllersteuerung geht spielend leicht von der Hand und lässt die bewährte Maus- und Tastatur-Kombination schnell vergessen.

Allerdings müssen Xbox-360-Besitzer ein paar Einschränkungen hinnehmen. Zum einen entspricht die nun veröffentlichte Konsolenversion nicht dem aktuellen PC-Versionsstand. Zum anderen sind die Zufallswelten nicht unendlich groß, sondern haben Grenzen. Im Gegenzug läuft "Minecraft" erstaunlich flüssig auf der Xbox 360 - nur im Mehrspielermodus gerät das Geschehen gelegentlich ins Stocken. Vor allem, wenn vier Spieler per Splitscreen gemeinsam an einer Konsole vor sich hinwerkeln - oder online ingesamt acht Xbox-Live-Freunde eine Bau-WG gründen.

Wer die Videoplattform Youtube durchstöbert, findet Clips, in denen "Minecraft"-Verrückte ganze Städte aus TNT errichtet haben, nur um sie anschließend in die Luft zu jagen. Andre bauten den Reichstag oder das Raumschiff Enterprise nach - und zwar in Originalgröße! Derartige Mammutprojekte sind auf der Xbox 360 nur schwer realisierbar, da Entwickler Mojang den sogenannten "Creative Mode" weggelassen hat, in dem man mit unbegrenzten Rohstoffen seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Schade. Aber vielleicht wird der Editor per Patch noch nachgeliefert - ebenso eine Flut von Grafik-Modifikationen, wie es sie auf dem PC gibt.

Fazit: "Minecraft" muss man auch auf der Xbox 360 schlicht besitzen. Warum? Weil's einen Riesenspaß macht, die unsinnigsten Ideen umzusetzen, das Resultat zu betrachten und die nächste Spinnerei zu starten. Allein - oder besser noch mit Freunden. Es ist die eigene Kreativität, an der man sich berauscht - und die Neugier, die einen ständig vorantreibt.

Gerd Hilber

Game
SpielnameMinecraft Xbox 360 Edition
HerstellerMojang / 4J Studios
VertriebMicrosoft
GenreSonstiges / Besonderes
Erhältlich ab09.05.2012
Preisca. 20 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 6 Jahren
Multiplayer2-8 (WWW)
Bewertung Grafikausreichend
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundausreichend
Bewertung Spielspasssehr gut
Bewertung Gesamtsehr gut

Erhältlich für:
Xbox 360, Mac OS X, PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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