Games / Spieletests

Legend of GrimrockSchritt für Schritt durch den Retro-Kerker

Es müssen nicht immer endlose Weiten wie in "Skyrim" sein. Ein enger Kerker tut's auch, um Rollenspielfans ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern - vor allem, wenn sie die 30 längst hinter sich gelassen haben. "Legend of Grimrock" heißt ein neues, mit 15 Euro Kaufpreis recht günstig ausgefallenes Indie-Game, das auf den Spuren von Klassikern wie "Dungeon Master" oder "Eye of the Beholder" wandelt. Und zwar Schritt für Schritt ...

Schon in den 80-ern war es Usus, muffige Verliese und gruftige Gewölbe aus der Ich-Perspektive zu erkunden. Weil Computer zu dieser Zeit aber noch keine echte 3D-Grafik darstellen konnten (oder zumindest keine, die sonderlich sehenswert war), bedienten sich die Entwickler dieser Ära eines Kniffs: Die Dungeons waren aus quadratischen Kacheln aufgebaut, auf denen sich die Helden ruckweise fortbewegten. Springen oder Ducken gab's nicht - Drehungen waren nur in 90-Grad-Schritten möglich.

Obwohl diese aus der Not geborene Technik heute längst überholt ist, wirkt sie im Download-Titel "Legend of Grimrock" nicht nur retro, sondern erfrischend puristisch. Zumal es an einer echten Geschichte fehlt und das Spielziel allein "überleben" lautet. Gleichzeitig inszenierte das vierköpfige Entwicklerteam Almost Human das gigantische "Grimrock"-Verlies mit seinen 13 Ebenen und seinen Heerscharen von untoten, schleimigen, dämonischen und in jedem Fall monströsen Insassen in einer schaurig-schönen Grafik.

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Von diesem Zugeständnis an die Moderne abgesehen, orientieren sich die Macher überdeutlich bei den Klassikern, zitieren in liebevoller Detailarbeit jeden taktischen Kniff, jede Interface-Feinheit und alle Besonderheiten der frühen Unterweltarchitektur: In den Mauern verborgene Knöpfe lassen Fallgatter zunächst in der Decke verschwinden und dann auf überraschte Monster herabrasseln. Kollegen aus der hintersten Reihe des vierköpfigen Helden-Teams dürfen nur mit Fernkampfwaffen angreifen - oder mit Zaubersprüchen, die mit entsprechenden Runensymbolen zusammengeklickt werden werden. Steine, Flaschen, Fackeln oder rostige Schwerter werden mit einem Mausklick vom Boden aufgenommen und durch einen weiteren entweder wieder abgelegt oder geradewegs den Korridor hinunter geschleudert.

Und wer das Erlebnis von einst ganz genau nachempfinden will, deaktiviert die automatische Kartenfunktion und betätigt sich stattdessen selbst als Kartograf - was man spätestens bei einigen Teleporter-Rätseln jedoch bitter bereuen dürfte.

Ganz klar: "Legend of Grimrock" ist durch und durch eine Hommage an frühere Genreklassiker, macht aber auch jenen Spielern Spaß, die "Dungeon Master", "Eye of the Beholder", "Lands of Lore" und Co. nicht im Original gespielt haben. Obwohl die Dauerklickerei und -stapferei auf Dauer etwas dröge geraten kann, ist Almost Humans Titel nicht nur für Nostalgiker ein echtes Schnäppchen.

Robert Bannert

Game
SpielnameLegend of Grimrock
HerstellerAlmost Human Games
VertriebAlmost Human Games
GenreRollenspiel
Erhältlich ab11.04.2012
Preisca. 15 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundbefriedigend
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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