Wenige Monate nach dem PC-Stapellauf von Piranha Bytes Piraten-Fantasy-Abenteuer "Risen 2" sind jetzt die Konsolen an der Reihe: Wie schlägt sich das deutsche Rollenspiel auf Xbox 360 und PlayStation3?
An der Geschichte hat sich nichts geändert: Als namenloser Held nimmt man den Kampf gegen böse Titanenlords auf, die die Welt bedrohen. Zusammen mit der Piratenbraut Patty macht man sich jedoch zunächst auf die Suche nach ihrem Vater, dem berüchtigten Piratenkapitän Stahlbart: Allein der polternde, Grog saufende Seebär weiß, wo in der Inselwelt von "Risen 2" die legendären Waffen verborgen liegen, mit denen der Krieg gegen die übernatürlichen Mächte gewonnen werden kann. Ein Hauch "Fluch der Karibik", eine Brise Vodoo-Magie, Aufgaben, die sich auf unterschiedlichste Arten angehen lassen, actionreiche Kämpfe und schmutzige Tricks - das sind die Pfunde, mit denen "Risen 2" auch auf PS3 und Xbox 360 wuchern kann.
Technisch hinterlässt die Konsolenkaperfahrt jedoch keinen allzu guten Eindruck. Wer "Risen 2" auf einem modernen PC spielt, der hat zwar auch mit teils groben Figuren und hampeligen Animationen zu kämpfen, aber bei Terrain-Gestaltung, Beleuchtung und Textur-Feinschliff machen die Entwickler-Seebären aus dem Ruhrpott keine Gefangenen: Hier gibt's die volle Detail-Breitseite.
Auf Xbox 360 und PS3 wurde das visuell imposante Fantasy-Archipel leider gehörig zusammengeschossen: Die einst üppige Flora hat nur noch halb so viele Blätter und Äste. Und was da noch am Wegesrand und über dem virtuellen Kopf des Spielers wuchert, hat oft einen unnatürlich groben Blattwuchs und sieht einfach zu sehr nach unbeholfenem Vegetationsbaukasten aus.
Gelegentliches Kantenflimmern bei der Darstellung von Schatten und leichtes Tearing (ein leicht versetzter Bildaufbau) wären noch zu verschmerzen. Schwerer wiegen der all zu häufige Texturmatsch, die Einbrüche bei der Bildwiederholungsrate, unvermittelt aufpoppende Bäume und Gebäude sowie die fiesen Nachladehänger. Letztere treten trotz empfehlenswerter Festplatteninstallation besonders beim Schlusshieb der actionlastigen Kämpfe mit karibischem Fantasy-Getier, aggressiven Hottentotten und gegnerischem Piratenpack auf: Das sorgt zwar nicht für unfreiwillige Bildschirmtode, aber geschmeidig geht anders.
Immerhin: Die Steuerung wurde gut aufs Gamepad umgesetzt: Oft verwendete Talente und Gegenstände lassen sich auf einer Wählscheibe platzieren, die über die Schultertasten erreichbar ist.
Fazit: Wer keinen aktuellen Gaming-PC besitzt, auf das angenehm raubeinige und launig erzählte Piraten-Abenteuer aber trotzdem nicht verzichten möchte, der muss sich wohl oder übel mit der zweitklassigen Konsolen-Version begnügen. Oder sich nach Alternativen wie "Skyrim" umsehen.
Robert Bannert
| Game | |
|---|---|
| Spielname | Risen 2 - Dark Waters |
| Hersteller | Piranha Bytes |
| Vertrieb | Koch Media |
| Genre | Rollenspiel |
| Erhältlich ab | 03.08.2012 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 4020628087272 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 16 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | sehr gut |
| Bewertung Spielspass | befriedigend |
| Bewertung Gesamt | befriedigend |
Erhältlich für:
PlayStation3, Xbox 360, PC

