Der 1. FC Köln hat im Kampf um den Klassenerhalt neue Hoffnung geschöpft. Mit dem 1:1 (0:0) gegen den VfB Stuttgart feierten die Geißböcke beim Heimdebüt von Interimscoach Frank Schaefer einen beachtlichen Teilerfolg, der am Saisonende sehr viel wert sein könnte. Denn durch die gleichzeitige 1:2-Niederlage von Hertha BSC Berlin gegen Kaiserslautern konnte der FC seinen Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz auf zwei Zähler vergrößern.
50.000 Zuschauer im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion sahen eine starke Leistung der Gastgeber. Nach nervösem Beginn wusste Köln durch aggressives Zweikampfverhalten zu überzeugen. Dennoch dauerte es eine knappe halbe Stunde, ehe Schaefers Team offensiv gefährlich wurde und sich einige gute Torchancen erarbeiten konnte.
Die erste in der 28. Minute: Nach Doppelpass mit Peszko bekam Podolski das Spielgerät sieben Meter vor dem Tor perfekt auf den Kopf serviert. Der Abschluss des Nationalspielers war allerdings viel zu schwach (28.). Kurze Zeit später probierte es Podolski mit einem Flachschuss aufs linke Eck. Der Ball zischte am Pfosten vorbei.
Und auch an der dritten Kölner Möglichkeit war Podolski beteiligt. Allerdings brachte er zu wenig Druck hinter die Kugel, als er VfB-Keeper Ulreich aus 14 Metern per Außenrist prüfte (34.). Wenige Augenblicke vor der Halbzeitpause brannte es erneut im Stuttgarter Strafraum. Ein Podolski-Schuss sauste am zweiten Pfosten vorbei und landete beim sichtbar überraschten Clemens, der den Ball über das Gehäuse setzte.
Stuttgart blieb im ersten Durchgang weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nur in der Anfangsphase war der VfB das bessere Team. Bis auf einen Drehschuss von Ibisevic, der Kölns Torwart Rensing vor keine Probleme stellte, brachten die Schwaben offensiv nichts zustande.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der FC am Drücker. Einen 18-Meter-Schuss von Clemens lenkte Ulreich mit den Fingerspitzen um den Pfosten (49.). 60 Sekunden später war der Stuttgarter Torwart aber geschlagen. Jajalo setzte sich auf links stark durch und spielte danach Podolski im Strafraum frei. Der Kölner Torjäger nahm den Kopf hoch und flankte an den zweiten Pfosten, wo Peszko völlig frei aus wenigen Metern nur noch einschieben musste.
Peszkos Führungstor war der Auftakt für eine dramatische zweite Halbzeit, denn auf der Gegenseite scheiterte der eingewechselte Cacau freistehend an Rensing (60.). Den Ausgleich elf Minuten später konnte der Kölner Keeper aber nicht verhindern. Nach schöner Ablage in den Lauf von Cacau spitzelte der Deutsch-Brasilianer den Ball an den rechten Innenpfosten. Zunächst sah es so aus, als würde die Kugel von dort wieder ins Spiel zurückprallen, doch der Drall beförderte das Leder erst an den linken Innenpfosten und von dort über die Torlinie (71.).
Diesmal fiel Köln nach einem Gegentor aber nicht auseinander, sondern drückte auf den Sieg. Fast im direkten Gegenzug beförderte Clemens den Ball aus spitzem Winkel ans Außennetz (73.). Beide Mannschaften suchten in der Schlussphase die Entscheidung, wobei Stuttgart die besseren Chancen besaß.
In höchster Not verhinderte Rensing nach einem listigen Schuss von Cacau das 2:1 für den VfB (84.). Ibisevic verzog vier Minuten später einen Freistoß aus halblinker Position knapp. Ein Sieg der Gäste wäre allerdings auch nicht verdient gewesen.

