Bundesbildungsministerin Annette Schavan sieht sich mit Plagiatsvorwürfen gegen ihre Doktorarbeit konfrontiert. Die Vorhaltungen der anonymen Internetseite "schavanplag" habe sie sich am Mittwoch angeschaut, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Sie kündigte an, mit dem Urheber der Vorwürfe über ihre Doktorarbeit sprechen zu wollen. Noch sei aber völlig unklar, wer die Überprüfung ihrer Arbeit ins Netz stellte. "Mit Anonymität kann ich nicht umgehen", sagte Schavan.
Die studierte Theologin und Philosophin Schavan wies die Behauptung zurück, in ihrer Arbeit ein Zitat des Kirchenlehrers Thomas von Aquin nicht original zitiert, sondern aus anderen Werken übernommen zu haben. Die heute 56-Jährige promovierte vor 32 Jahren an der Universität Düsseldorf. Der Titel ihrer philosophischen Arbeit lautet "Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung".
In den vergangenen Monaten waren mehrere Politiker über Plagiate in ihren Doktorarbeiten gestolpert. So trat Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vom Amt des Verteidigungsministers zurück, nachdem ihm Internet-Nutzer zahlreiche Plagiate nachwiesen.

