Megaupload-Gründer Kim Schmitz hat die Webseite Kim.com ins Internet gestellt und damit einen Angriff auf die amerikanische Regierung gestartet. Er behauptet, dass die US-Regierung dem Internet den Krieg erklärt hat, als sie Megaupload abschaltete.
In einem selbstproduzierten Musikvideo, in dem Kim Schmitz selbst singt, liegt der Aufruf, seiner Bewegung im Kampf für ein freies Internet beizutreten. Unterlegt ist das Video mit Videoaufnahmen der Proteste gegen das Urheberrechtsabkommen Acta. Später ist der gebürtige Kieler selbst zu sehen, in der Märtyrerolle vor Gericht. Jemand singt: "We will make history."
Unter dem Video läuft eine Abstimmung mit der Frage, ob noch jemand Barack Obama wählen würde, wenn Megaupload bis zum 1. November noch nicht wieder online ist. Bisher stimmten knapp 6.000 Menschen mit Ja und 19.000 mit Nein. Kim Schmitz kündigte über Twitter an, am 1. August 200 Millionen Einladungen an E-Mail-Adressen aus seiner Mega-Datenbank zu verschicken.
Schmitz' Absichten sind durchsichtig, wie Dirk von Gehlen auf jetzt.de analysiert: "Dieses politisch aufgeladene Werbevideo eines Geschäftsmanns wird vor allem deshalb keine Bedeutung erlangen, weil Kim Schmitz nicht im Ansatz verstanden hat, worum es im in der aktuell laufenden Urhebrrechtsdebatte eigentlich geht", schreibt von Gehlen.
Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist nicht illegal, doch die Plattform wurde auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.
Die US-Behörden werfen Schmitz Verletzung des Urheberschutzes sowie Betrug vor und fordern seine Auslieferung. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

