Beethoven bleibt Bonner

Viele von euch haben es natürlich von Anfang an gewusst, ein paar konnten wir aber doch zumindest ansatzweise verwirren. Spätestens beim Blick aufs Datum wurde dann den meisten aber klar: Natürlich war das nur ein Aprilscherz.

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Vielen Dank

Ludwig van Beethoven war, ist und bleibt ein Bonner Jung. Die Taufurkunde aus Seelscheid hat es nie gegeben. Und auch wenn die Gegebenheiten rund herum durchaus realistisch und die handelnden Personen authentisch sind, war die Geschichte erfunden.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die zum Gelingen beigetragen haben. Als Beispiele seien der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan, die Bürgermeisterin von Neunkirchen-Seelscheid, Nicole Sander, und der Direktor des Bonner Beethovenhauses, Malte Boecker, genannt. Vielen Dank aber auch an die Seelscheider, die sich beteiligt haben.

Hier noch einmal die ganze (ausgedachte) Geschichte

Neueste Forschungen rund um Ludwig van Beethoven könnten in der Kulturszene ein mittleres Erdbeben auslösen: Der große Komponist wurde offenbar nicht in Bonn geboren. Ein Historiker in Neunkirchen-Seelscheid hat ein Taufdokument entdeckt, auf dem Beethovens Name verzeichnet ist.

In einer alten Truhe im Seelscheider "Kunsthaus" war das Schreiben vor einigen Monaten aufgetaucht. Historiker Hartmut Benz hat das Dokument untersucht und sowohl den Namen Ludwig van Beethoven und das Datum 13.12.1770 entziffern können. Nach einiger Recherche war klar, dass das Dokument von der Hebamme Eva Haas stammen muss, die zur damaligen Zeit im jetzigen Kunsthaus gewohnt hatte. Es musste sich also um eine Notiz zu Beethovens Geburt handeln.

Wie kam das Baby Ludwig nach Seelscheid?

Historiker Benz forschte daraufhin weiter und fand heraus, dass die Beethovens tatsächlich zur besagten Zeit in Seelscheid unterwegs gewesen sein könnten. Beethovens Vater war mit Richter Franz Josef von Proff befreundet, der in der Burg Seelscheid residierte. Mit ihm hat er öfters Konzerte geplant. Wahrscheinlich setzten also an besagtem Tag unverhofft die Wehen bei seiner Frau ein. Es musste schnell gehandelt werden.

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Ein Geistlicher war seinerzeit nicht im Dienst, sagt Benz, weil nach dem kürzlich verstorbenen Priester nicht direkt Ersatz gefunden wurde. Und so musste die einzige Hebamme des Ortes, Eva Haas, das Kind zur Welt bringen und anschließend "nottaufen".

Ludwigs sehr religiöser Vater konnte es aber nicht bei so einer ungeistlichen (evangelisch-lutherischen) Taufe belassen und ließ den kleinen Ludwig deshalb vier Tage später in Bonn noch einmal "richtig" katholisch taufen. Von diesem Ereignis gibt es eine "echte" Taufurkunde.

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