Digitalradio

Ist DAB+ wirklich der beste Weg? Wir meinen Nein, denn Internetradio ist viel effektiver. RBRS-Chefredakteur Jörg Bertram erläutert die Hintergründe.

© Digitalradio Deutschland e.V.

Viele Jahre war Radio ausschließlich über den Empfangsweg UKW zu empfangen. Die Technik erschuf immer bessere Radios, um den Empfang zu verbessern. An ungünstigen Stellen trübt oft Rauschen den Empfang. Abhilfe sollte das Digitalradio DAB+ bringen. Hier rauscht es nicht mehr, dafür setzt der Empfang oft ganz aus, denn im Digitalradio gibt es nur die zwei Zustände, Empfang oder kein Empfang. 300 Millionen UKW-Radios besitzen die Bundesbürger. Viele haben mehrere Geräte, aber nur 15% besitzen ein Radio, das - neben UKW - auch DAB+ empfangen kann. DAB+ vergrößert zudem nicht das Empfangsgebiet, es unterscheidet sich kaum von dem von UKW gewohnten Bereich.

Studien: Webradio ist die Zukunft

Jüngste Studien bestätigen dem Radio über das Internet viel größere Zuwächse. Die Vorteile liegen auf der Hand. Überall, wo es Internet gibt, ist auch Radioempfang möglich. Empfang ist mit Handy, Tablet, PC, WLAN-Radios oder Smart-Speakern (z.B. ALEXA) möglich. Neuere Autos haben ein eigenes WLAN, aber auch über das Handy und die Bluetooth-Verbindung zur Auto-Soundanlage ist Radiostreaming problemlos möglich. Viele Handydisplays werden sogar auf den Auto-Screen gespiegelt, um dort APPs starten zu können. Ein Klick genügt und Radio Bonn/Rhein-Sieg ist weltweit in bester Qualität zu empfangen.

RBRS-Chefredakteur Jörg Bertram©
RBRS-Chefredakteur Jörg Bertram
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Wozu dann noch DAB+?

Wozu dann noch DAB+, zumal es nicht ganz einfach ist, dort zu senden? Auf UKW gilt, ein Sender, ein Programm. DAB+ wird über so genannte Multiplexe gesendet, die Datenströme übertragen auf denen gleichzeitig bis zu 15 Sender übertragen werden. Möchte nur ein Sender diesen Dienst nutzen, müsste dieser die sehr hohen Kosten des kompletten Multiplexes tragen. Ein Multiplex benötigt zudem eine freie Frequenzkapazität, welche medienrechtlich zugewiesen werden muss. Für die Sender bedeutet DAB+ ausschließlich höhere Kosten, ohne einen Hörer mehr zu erreichen. Radio Bonn/Rhein-Sieg muss im Interesse seiner Hörer wirtschaftlich arbeiten, da wir uns ausschließlich aus Radiowerbung finanzieren und keine Rundfunkgebühren erhalten.

Gleichwohl bleibt Radio Bonn/Rhein-Sieg am Thema DAB+ dran. Beim jüngsten call-for-interest der Landesanstalt für Medien haben wir unser grundsätzliches Interesse gezeigt unter sinnvollen Rahmenbedingungen doch noch einzusteigen. Dies ist nun ein Thema der Medienpolitik in NRW.

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