Wolfsfamilie lebt im Eitorfer Wald

Es ist wirklich eine kleine Sensation: Nachdem rund 200 Jahre kein Wolf mehr im RBRS-Land gesehen wurde, lebt nun eine Wolfsfamilie im Eitorfer Wald. Am 12. Juni 2020 wurden die Jungen zum ersten Mal auf einer Aufnahme gesehen, jetzt wird Eitorf offiziell zum Wolfsgebiet.

© manfredrichter / Pixabay

Lange Jahre schon hält sich die Angst vor dem bösen Wolf in unseren Köpfen, Märchen und Geschichten. Dabei sind die Tiere gar nicht gefährlich, sagt Josef Schmahl. Der Hennefer ist Hundetrainer und beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Wölfen. Sein Credo: Um den Hund richtig zu verstehen, müssen wir wissen, wie der Wolf tickt. Denn auch heute noch stecken im Hund 98 Prozent Wolf. Und ähnlich wie Wölfe leben auch Hunde im Rudel, nur eben nicht immer mit ihren Artgenossen, sondern mit uns Menschen.

Keine Angst vorm bösen Wolf

Vielen Menschen macht der Gedanke, dass im Wald neben an ein Wolf umherstreift auch heute noch Angst. Einen wirklichen Grund dafür gibt es nicht, sagt Josef Schmahl. Denn die Wölfe achten sehr auf ihre Umgebung und bemerken uns noch bevor wir sie nur erahnen können. Angriffslustig sind sie dabei überhaupt nicht. Eher im Gegenteil: Sie ziehen sich zurück. Ganz besonders Aufmerksam sind die Tiere, wenn sie Junge haben. Sobald wir auch nur in ihre Nähe kommen, verstecken sie sich in ihrem Bau. Ist die Luft rein, begleiten die Wolfseltern ihre Welpen bei den ersten Jagdversuchen. Und das kann mitunter ganz schön putzig aussehen. Die kleinen Wölfe üben das Jagen nämlich mit Schmetterlingen, Insekten oder Fröschen. Und auch die ausgewachsenen Wölfe erlegen nur das, was sie wirklich zum Überleben brauchen. Allerdings unterscheiden sie dabei nicht zwischen wilden Tieren und beispielsweise Schafen in der Herde.

Landwirte müssen ihre Herden schützen

Das ist für viele Schäfer ein Problem. Wenn ein Schäfer in einem ausgewiesenen Wolfsgebiet lebt, muss er seine Tiere einzäunen, um sie vor den Wölfen zu schützen. Vom Land NRW gibt es dafür finanzielle Unterstützung, um zum Beispiel wolfssichere Zäune zu bauen oder andere präventive Maßnahmen zu treffen. In der Regel bleiben Wölfe aber in den Wäldern und meistens dort, wo es viele Wildtiere gibt. In Städten trifft man sie eigentlich nicht an. Es sei denn, Menschen gewöhnen sie an sich, locken sie an und füttern sie. Um das zu verhindern und gut mit dem Wolf zu leben, rät Josef Schmahl dazu, ihren Lebensraum zu akzeptieren und ihnen nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken: "Wenn wir einfach ganz normal weiter leben, wie sonst auch, dann klappt das!"

Für den Fall der Fälle gewappnet sein

Weil Wölfe sehr scheu sind, ist es höchst unwahrscheinlich, sie wirklich in unseren Wäldern zu entdecken. Falls ihr doch einmal einem Wolf begegnen solltet und er haut nicht vor euch ab, hat Josef Schmahl folgende Tipps für euch:

  1. Ruhig bleiben und keine Angst zeigen
  2. Laut werden und den Wolf ansprechen und laut in die Hände klatschen - spätestens dann sollte er weg sein
  3. Hat das alles nichts gebracht, ist Rückzug angesagt und zwar ganz langsam

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