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Alkoholfreier Wein
© Oliver Berg/dpa/dpa-tmn
Klingt erstmal widersprüchlich, ist aber wahr: Jeder alkoholfreie Wein enthält Alkohol - wenn auch nur in geringen Mengen.
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Alkoholfreier Wein im Check: Was ist wirklich drin?

Vorn auf der Weinflasche ist von «0 %» die Rede, laut Rückseite können doch bis zu 0,5 % vol. Alkohol drinstecken? Erlaubt, aber verwirrend, kritisieren Verbraucherschützer. Was Sie wissen müssen.

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Berlin (dpa/tmn) - In einem Getränk, das als «alkoholfrei» beworben wird, steckt doch keinerlei Alkohol, oder? Die Realität ist - etwa bei Wein, aber auch bei Bier - komplexer. Aus beiden Getränken lässt sich der Alkohol nicht zu 100 Prozent entfernen, minimale Mengen bleiben zurück. 

Doch wie hoch ist dieser Gehalt? Diese Info müssen Verbraucherinnen und Verbrauchern auf Flaschen alkoholfreier Weine oft erst einmal suchen. Das zeigt ein Marktcheck von 42 entalkoholisierten Weinen, den das Projekt «Lebensmittelklarheit» des Verbraucherzentrale Bundesverbandes durchgeführt hat. Bei so manchem Produkt sind die Angaben verwirrend oder fehlen sogar ganz. 

So sieht die Rechtslage aus

Rechtlich gilt: 

  • Ein Wein gilt als entalkoholisiert, wenn er höchstens 0,5 Volumenprozent Alkohol enthält. Er darf sich in Deutschland «alkoholfrei» nennen. 
  • Zusätzlich kann auf Weinflaschen die Angabe «0,0 % vol.» zu finden sein. Diese Weine können laut den Verbraucherschützern noch bis zu 0,05 Volumenprozent Alkohol enthalten. Zur Einordnung: Diese Spuren sind vergleichbar mit dem Alkoholgehalt, den beispielsweise Fruchtsäfte von Natur aus haben können. 

Ob bis zu 0,5 Volumenprozent oder lediglich bis zu 0,05 Volumenprozent: Für manche Menschen ist das eine relevante Information. Etwa für Schwangere, denen Fachleute dazu raten, bei alkoholfreien Weinen und Bieren lieber zu «0,0 % vol.»-Variante zu greifen statt zu der, die bloß als «alkoholfrei» ausgelobt ist. 

Nur ein Drittel der Weine mit transparenter Kennzeichnung

Bei einigen Produkten können aber Missverständnisse entstehen, wie der «Lebensmittelklarheit»-Marktcheck zeigt. Bei sechs Weinen stellten die Verbraucherschützer fest: Auf der Flasche ist sowohl der Hinweis «0 % vol.» als auch die Angabe «< 0,5 % vol.» zu finden. Zum Teil klärte erst die Rückseite darüber auf, dass das Getränk bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten kann. 

Das ist zwar erlaubt, kann beim Kauf aber verwirren. «Wer eine große Null oder die Angabe "alkoholfrei" auf einer Weinflasche sieht, sollte direkt daneben erfahren, wie viel Alkohol tatsächlich enthalten ist, auch wenn es sich nur um minimale Mengen handelt», so Stephanie Wetzel, «Lebensmittelklarheit»-Projektkoordinatorin. 

Weitere Erkenntnisse aus dem Marktcheck: 

  • Bei fünf Weinen ist auf der Flasche keine zahlenmäßige gar Angabe zum Alkoholgehalt zu finden, obwohl dies den Verbraucherschützern zufolge eigentlich der Fall sein müsste. 
  • Nur rund ein Drittel der Weine im Marktcheck - 14 von 42 - sind dem Marktcheck zufolge transparent und eindeutig gekennzeichnet. 

Was man also am Weinregal tun kann? Gründlich checken, was auf Vorder- und Rückseite der Flasche steht - vor allem, wenn Schwangere mittrinken sollen. 

Kann alkoholfreier Wein betrunken machen? 

Wer sich nun übrigens fragt, ob alkoholfreier Wein mit seinem Restalkoholgehalt betrunken machen kann, für den können die Verbraucherschützer mit einem Rechenbeispiel Entwarnung geben. 

Angenommen, eine Frau mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm trinkt eine ganze Flasche (0,75 Liter) entalkoholisierten Wein, der 0,5 % vol. Alkohol enthält. Dadurch nimmt sie drei Gramm Alkohol zu sich, was rechnerisch auf einen Promillewert von 0,083 hinausläuft. Bei diesem Promillewert sind körperliche oder geistige Beeinträchtigungen nicht zu erwarten.

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© dpa-infocom, dpa:260928-930-755899/1
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Der Alkoholgehalt eines alkoholfreien Weins wird getestet
© Daniel Löb/dpa
Messung im Labor: Der Alkoholgehalt eines alkoholfreien Weins muss unter 0,5 Volumenprozent liegen.
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