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Anderthalb Jahre Haft im Prozess um Kopf am Landgericht
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Anderthalb Jahre Haft im Prozess um Kopf am Landgericht

1 Jahr und 6 Monate Haft erwarten jetzt den 39-Jährigen aus Bonn, der im Sommer einen Kopf vor das Bonner Landgericht gelegt hatte. Ebendort wurde heute Mittag das Urteil gefällt. Der Kopf gehörte zu einem Obdachlosen, der vorher auf einer Wiese am Alten Zoll an einer schweren Krankheit verstorben war, an Tuberkulose.

Veröffentlicht: Freitag, 20.01.2023 06:01

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Der 39-Jährige trug den Kopf des Leichnams in einer Umhängetasche bis zum Landgericht. Als die Polizei zehn Minuten später eintraf, soll der 39-Jährige laut Polizeibericht auf die Beamten zugegangen sein, um ihnen zu gestehen, dass er den Kopf abgelegt habe. Weder an Kleidung noch am Körper des Mannes seien Blutspuren gefunden worden. Anschließend führte er die Ermittler direkt zum Torso seines Freundes, der in der Nähe eines Biergartens in einem Schlafsack lag. Der Wirt des Biergartens berichtete im Prozess, dass die beiden Männer Drogen konsumiert und «in einer Zweckgemeinschaft» gelebt hätten. «Damit keiner alleine ist.»Das tatsächliche Abtrennen des Körperteils konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Er hatte sich bis zum Ende nicht geäußert, weder in der Untersuchungshaft noch im Prozess. Der Mann ist bereits mehrfach vorbestraft und hat 15 Jahre seines Lebens in Haft verbracht, zum Beispiel wegen Körperverletzungen und Eigentumsdelikten. Die Bonner Staatsanwaltschaft forderte ursprünglich zweieinhalb Jahre Haft, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Gericht sah bei dem Mann keine verminderte Schuldfähigkeit.



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