
Blackout - wie ist das RBRS-Land vorbereitet?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät, sich auf einen möglichen Blackout vorzubereiten. Wie wäre das RBRS-Land für einen solchen Notfall vorbereitet? Das ist am 13. Oktober Thema bei uns im Programm: Wie schützen sich einzelne Institutionen? Worauf können wir selber achten?
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.10.2022 16:04
Das Uniklinikum in Bonn könnte einen Stromausfall von 72 Stunden überbrücken. Voraussetzung dafür ist genug Erdgas. Denn das Klinikum kriegt einen Großteil seines Stroms aus eigenen Blockheiz-Kraftwerken. Nur rund 20 Prozent kommen aus dem Bonner Netz dazu. Diese müssten jedoch eingespart werden, deshalb würden einige Untersuchungen wegfallen, beispielsweise in der Radiologie - da wird zu viel Strom verbraucht. Zur größten Not würde auch ein Notstromagreggat für 24 Stunden aushelfen können.
Die Stadt Lohmar hat unter anderem zusätzliche Notstromaggregate und Kraftstoff gekauft. Für die Bevölkerung sollen im Fall eines längeren Stromausfalls unter anderem in den Feuerwehrhäusern in Lohmar sogenannte Leuchttürme, also Anlaufstellen für die Menschen, eingerichtet werden. Außerdem werden "Wärmeinseln" vorbereitet. Da sollen zum Beispiel Kinder oder Menschen, die medizinische Geräte brauchen, längerfristig versorgt werden. Alle Infos dazu gibt es hier.
Beim EDEKA Bachem in Dransdorf sieht es schon anders aus: Da würde die Arbeit nicht mehr möglich sein. Zum Beispiel die Kassen würden nicht mehr funktionieren. Ein Notstromaggregat würde aber dafür sorgen, dass für eine kurze Zeit noch Licht da ist und dass die Leute durch die elektrischen Schiebetüren rauskommen - reinkommen würde aber keiner mehr. Durch die moderne Technik würden aber zumindest die gekühlten Lebensmittel für eine gewisse Zeit vor dem Verderben geschützt sein.
Bruno Stauf ist Landwirt und hat einen Hof mit 60 Kühen in Pohlhausen. Da ist ein Notstromaggregat wichtig, damit die Kühe weiter elektrisch gemolken werden können und die Milch kühl bleibt. Dafür hat er immer einen gut gefüllten Tank mit Diesel, der für etwa eine Woche ausreichen könnte.
Auch die Stadtwerke Bonn wären auf 72 Stunden ohne Strom vorbereitet. Für die Bahnen gibt es eine "unterbrechungsfreie Stromversorgung". Die sorgt dafür, dass die Bahnen noch zu der nächsten Haltestelle kommen, damit alle Fahrgäste aussteigen können. Danach würden sie aber stillstehen. Die E-Busse könnten noch leergefahren werden, danach stehen die ebenfalls still. Für die Dieselbusse haben die Stadtwerke eine eigene Tankstelle, die können also weiterfahren, solange der Kraftstoff reicht. Die Wasserversorgung wäre erstmal nicht gefährdet: Auch hier reicht eine Notstromversorgung, die über Diesel abgedeckt wird.
Auch die Bürgerinnen und Bürger im RBRS-Land sollen für einen längeren Stromausfall sensibilisiert werden und sich vorbereiten. Dafür hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat auf seiner Internetseite Tipps und Hinweise zusammengestellt. Die gibt es hier.