
Bonner Idee könnte Großveranstaltungen sichern
Entspannt mit einem Drink auf dem Rasen hocken, auf der Bühne ein Liveact - der Sommer könnte so schön werden. Nur wissen sämtliche Konzertveranstalter noch immer nicht, ob sie in diesem Sommer überhaupt Konzerte und Festivals ausrichten können/dürfen. "Placeit" kann Großveranstaltungen "sicherer" machen - auch in Coronazeiten.
Veröffentlicht: Dienstag, 09.03.2021 16:03
Das Bonner Unternehmen Kippdata um Geschäftsführer Sven Maurmann hat placeit schon vor Corona entwickelt. Es ist ein Programm, das Veranstaltern das Organisieren von Großveranstaltungen leichter macht. Kurz gesagt: bei placeit läuft alles über ein Programm. Jetzt in Coronazeiten kann placeit laut den Entwicklern dabei helfen, größere Veranstaltungen mit vielen Menschen durchzuführen. Sei es ein Konzert oder ein Festival, ein Sportevent oder Kongresse. Placeit erstellt Bewegungsprofile von Besuchern. So ließe sich ein nachträglicher Corona-Fall vergleichsweise schnell nachverfolgen, ohne, dass alle Besucher identifiziert werden müssen.
Ein Konzert im Corona Sommer
3000 Besucher machen sich auf in die Bonner Rheinaue. Ziel, ein Konzert. Die personalisierte Eintrittskarte ist mit einem RFID-Transponder versehen. Überall auf dem Konzert-Gelände sind RFID-Scanner angebracht. Der Veranstalter kann am Computer die Bewegungen der Besucher beobachten. Grafisch wohlgemerkt. Sven Maurmann ist wichtig zu betonen, dass sein Unternehmen über keinerlei persönliche Daten verfügt. Die hat der Besucher schon vorher durch den Erwerb seines persönlichen Tickets beim Veranstalter hinterlegt. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass es einen positiven Corona-Fall gab, kontaktiert das zuständige Gesundheitsamt den Veranstalter. Der kann nun mitunter in wenigen Minuten den Infizierten "ausfindig" machen und gleichzeitig sehen, mit wem der Infizierte Kontakt hatte. Bei einem Sportevent in der Schweiz konnten in einem Fall alle Kontaktpersonen herausgefiltert werden. Die Betroffenen blieben der Veranstaltung fern - das Event konnte fortgeführt werden, erzählt Maurmann.
Getestet oder geimpft?
Placeit ist mittlerweile weiterentwickelt worden. So kann das Programm auf gleiche Weise erkennen, ob sich ein Besucher hat testen lassen oder ob er geimpft ist. Ein Beispiel: auf dem Konzertgelände gibt es einen VIP-Bereich. Hier hat nur Zugang wer getestet und geimpft ist. Hat jemand keinen Test wird dies dem Ordner signalisiert. No entry. Placeit kann keine Corona-Infektionen verhindern, sagt Sven Maurmann. Aber das Programm erleichtert die Nachverfolgung im Fall der Fälle, da nur ein Bruchteil der Besucher/Kontaktpersonen nachverfolgt werden müssen.