
Bonner Mordprozess: Angeklagter schweigt zu Vorwürfen
Er soll seine Frau umgebracht, ihre Leiche zerstückelt und das gemeinsame Baby bei gerade einmal zwei Grad vor einem Kloster ausgesetzt haben. Am Bonner Landgericht hat der Mordprozess gegen einen 42-Jährigen aus Eritrea begonnen
Veröffentlicht:
Die Hände lagen an einer Autobahn
Der Mann hat zu Prozessbeginn geschwiegen, wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Das Gericht in Bonn richtet sich auf einen Indizienprozess ein. Es seien allein acht verschiedene Polizei- und Ermittlungsorganisationen involviert, sagte der Vorsitzende Richter. Laut dem Verteidiger stütze sich die Anklage unter anderem auf DNA-Spuren und eine Bewegungsauswertung des Handys. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass die Frau am 16. November getötet worden war. Ihr Mann habe sie auf dem Gelände einer Fahrzeugverwertung in Bonn entweder erwürgt oder erstickt. Die 32-Jährige, auch aus Eritrea, habe mit einem Angriff damals nicht gerechnet. Das Opfer hatte zuletzt in einer Bonner Flüchtlingsunterkunft gelebt, getrennt vom Ehemann. Die Familie der Toten erhofft sich von den Prozess Klarheit und die eindeutige Botschaft, dass Gewalt gegen Frauen wird nicht toleriert wird und Konsequenzen hat. Ein Urteil könnte Mitte Dezember fallen.
Das Baby blieb unverletzt
Das Baby des Paares soll sich ebenfalls in dem Fahrzeug befunden haben. Danach soll der Mann den Wagen samt Leiche nach Waldsolms in Hessen gefahren haben. In der Nähe eines Klosters habe er dann die drei Monate alte Tochter in einem Kinderwagen zurückgelassen – bei Dunkelheit und Temperaturen von etwa zwei Grad. Kurz darauf wurde sie unverletzt gefunden. Die Leiche seiner Frau habe der Mann – so der Vorwurf – dann in einem Waldstück in Rheinland-Pfalz zerteilt und an unterschiedlichen Stellen abgelegt. Der 42-Jährige war von Äthiopien nach Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die 32 Jahre alte Frau aus Eritrea hatte zuletzt in einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Bonn-Buschdorf gewohnt.
