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US-Midterms - Texas
© Eric Gay/AP/dpa
Die Demokraten fügten US-Präsident Donald Trump und seinen Republikanern in Texas eine bittere Niederlage zu.
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Historisch: Demokraten stürzen Republikaner-Hochburg Texas

Texas galt seit Jahrzehnten als sichere Bank für die Republikaner. Doch die Unzufriedenheit mit US-Präsident Donald Trump wurde zur großen Last. Der Bundesstaat leuchtet jetzt im Blau der Demokraten.

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US-Wahl

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Austin (dpa) - Die Ausbeutung schier unendlicher Ölfelder, strenge Einwanderungspolitik, Waffenbesitz: Wie kaum ein anderer US-Bundesstaat galt Texas auch in der deutschen Wahrnehmung als Hochburg für Donald Trumps Republikaner und deren konservative Werte. Umso überraschender ist der Triumph der Demokraten bei den Midterms, die sich erstmals seit Jahrzehnten den Senatssitz sicherten und bei der Gouverneurswahl durchsetzten. 

«Wir haben gerade Texas zurückerobert», sagte der demokratische Senatskandidat James Talarico unter großem Jubel am späten Abend (Ortszeit). Die «Politik der Spaltung» sei der «Politik der Liebe» nicht gewachsen. Mit Blick auf Trump und Tech-Milliardär Elon Musk sagte der 37-Jährige, die Demokraten hätten gegen «den reichsten Mann der Welt, den mächtigsten Mann der Welt und das gesamte Establishment von Washington D.C.» gewonnen.

Bei der Gouverneurswahl setzte sich die 52-jährige Gina Hinojosa gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch - sie wird damit die erste Latina an der Spitze des südlichen Bundesstaats. Menschen mit Wurzeln in Lateinamerika machen knapp 41 Prozent der Bevölkerung in Texas aus. «Wir haben heute die Welt erschüttert», sagte Hinojosa. «Wir haben gezeigt, dass alles möglich ist.» Die Demokraten nahmen den Republikanern zudem weitere wichtige Ämter in der Bundesstaat-Politik ab. «Die blaue Welle erfasst Texas», schrieb die Zeitung «Houston Chronicle».

Hinojosa triumphierte über Abbott, obwohl der mit prall gefüllten Wahlkampfkassen und prominenten Unterstützern in den Wahlkampf gegangen war, darunter ein Ölmogul in dem wichtigen Ölförderstaat sowie Musk. Dieser hat mehrere seiner Firmensitze und den Weltraumbahnhof Starbase in Texas und plant eine Halbleiterfabrik in dem Bundesstaat, der sich immer mehr zu einem Zentrum der Technologieindustrie entwickelt.

Trump lässt Republikaner sofort fallen

Doch der rasante Ausbau von Rechenzentren sorgte zunehmend für Widerstand, den Hinojosa für sich nutzte. Sie warf Abbott etwa vor, Politik für Milliardäre zu machen und das Leben in Texas in seinen zurückliegenden Amtszeiten stark verteuert zu haben. Sie ließ kaum eine Gelegenheit aus, Abbott vorzuhalten, er habe mit einer offenen Tür für Rechenzentren die Interessen der reichen Tech-Industrie denen seiner Mitbürger vorgezogen.

Trump, der die Präsidentschaftswahl 2024 in Texas mit 56 Prozent gewonnen hatte, ließ Abbott kurz nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses fallen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident, Abbott hätte die Wahl nicht verloren, wenn er in den vergangenen Monaten nicht zum «RINO» («Republican in Name Only») geworden wäre - ein Politiker, der offiziell der Republikanischen Partei angehört, nach Ansicht Trumps aber deren Grundsätze nicht vertritt. Seit 1995 hatten stets Republikaner das Amt des texanischen Gouverneurs bekleidet.

«Die lange Ära der Einparteienherrschaft in Texas ist vorbei», kommentierte die Zeitung «The Dallas Morning News». Texas, «der mächtigste und verlässlichste aller tiefrot-republikanischen Bundesstaaten», sei heute demokratisch-blau. Dennoch bestehe weiter eine größere Sorge wegen der Ungewissheit, wie die Demokraten nun regieren würden. Texas bleibe trotz der Ergebnisse «im Grunde konservativ».

Ein demokratischer Hoffnungsträger als Senator

Talarico, der früher als Lehrer gearbeitet hatte und 2018 erstmals ins Repräsentantenhaus des Bundesstaats gewählt wurde, feierte den ersten Senatssieg eines Demokraten seit 1988 mit dem Verweis auf die biblische Geschichte von David gegen Goliath. Die Allianz von Trump und Musk sei ihr übermächtiger Goliath gewesen, sagte der 37-Jährige, der sich gegen den republikanischen Kandidaten Ken Paxton durchgesetzt hatte: «Wir haben soeben bewiesen, dass alles Geld der Welt den Menschen in Texas nicht gewachsen ist.»

Trump hatte Paxton, der von Medien häufig mit dem Begriff «skandalgebeutelt» bedacht wird, in der parteiinternen Vorwahl ausdrücklich unterstützt. Wie sehr der US-Präsident und seine Republikaner in dem südlichen Bundesstaat um ihren Senatssitz gebangt hatten, ließ sich auch daran festmachen, dass der US-Präsident dort im Wahlkampf mehrfach Stopp machte. «Stimmt für Ken. Bringt ihn da rein», forderte er seine Anhänger etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung in San Antonio Anfang Oktober auf. «Das ist so wichtig. Es ist entscheidend.» 

Zuvor hatten die Republikaner im September bereits ihren ersten großen Parteitag vor Zwischenwahlen überhaupt im texanischen Dallas veranstaltet. Musk unterstützte Paxton mit gut 150 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 134 Millionen Euro). Talarico bekam dagegen die Unterstützung aus der Familie der früheren US-Präsidenten George W. Bush und George H.W. Bush - eine der Dynastien der Republikaner in Texas.

Talarico hatte sich im Wahlkampf als Politiker präsentiert, der in Washington für ein bezahlbares Leben kämpfen wird - und gegen Korruption. Seinen Kontrahenten Paxton stellte er dabei als Inbegriff eines korrupten Systems dar. Im Wahlkampf machte er immer wieder auch seinen christlichen Glauben zum Thema. Er setzte auf eine Botschaft der Nächstenliebe und porträtierte Texas als einen Bundesstaat, dessen Stärke in seiner kulturellen Vielfalt liege.

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© dpa-infocom, dpa:261104-930-940140/10
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US-Midterms - Texas
© Eric Gay/AP/dpa
James Talarico triumphierte im Rennen um den Senatssitz.
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US-Midterms - Texas
© Ashley Landis/AP/dpa
Gina Hinojosa wird die erste Latina an der Spitze des Bundesstaates.
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