
Krimi mit Bjarne Mädel
In Sörensen hat Angst hat der deutsche Schauspieler Bjarne Mädel zum ersten Mal Regie geführt. Dazu spielt er auch die Hauptrolle als psychisch voll kaputten Polizisten, der in der Einöde eigentlich nur ein bisschen zur Ruhe kommen will. Wird aber nicht so kommen.
Veröffentlicht: Dienstag, 19.01.2021 06:14
Der Film spielt fast umme Egge bei mir oben im Norden, im Landkreis Brake. Wir sitzen mit Kriminalkommissar Bjarne Mädel im Auto und fliehen regelrecht aus Hamburg in ein trostloses Dorf in dem ich nicht tot übern Zaun hängen wollte. Sörensen wird da neuer Polizeichef und bekommt es gleich mit einer Mordreihe zu tun. Je weiter die Ermittlungen gehen desto ekelhafter wird dieser Fall. Dabei wollte Sörensen doch einfach nur etwas Abstand zum Job und in gewisser Weise zum Leben. Seine Angststörung, blöd gerade für Polizisten, setzt ihm immer mehr zu. Er ist ein psychisches Wrack und sieht aus, als hätte er nächtelang durchgesumpft
Sörensen hat Angst
Bjarne Mädel hat es sich längst erarbeitet, dass man nicht immer dazu sagt: der aus Stromberg, der mit dem Pottschnitt aus Mord mit Aussicht, Schotty der Tatortreiniger. Bjarne Mädel muss man kennen wenn man sich ein bisschen für das deutsche Schauspiel interessiert. Seine Vorliebe sind die verschrobenen, spleenigen Charaktere. Hier bewegt sich das Spleenige in einer trostlosen, verregneten Dorfkulisse auf dem platten Land, dem man so viel Grausamkeit gar nicht zugetraut hätte. Alles fein beobachtet, mit besonderen Kameramomenten, die Dialoge norddeutsch-trocken. Ich hatte so ein bisschen Tatort-Feeling. Und es gibt die Momente, da kommt auch der Tatortreiniger durch. Wird nicht jedermanns Sache sein. (ARD Mediathek bzw. 20.01./20.15Uhr im Ersten)