Preuß erneut ohne Olympia-Medaille - Umzug in Einzelzimmer

Olympische Winterspiele 2026
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Winterspiele in Antholz

Antholz (dpa) - Franziska Preuß muss weiter auf ihre erste olympische Einzelmedaille warten. Auch im Sprint von Antholz kam Deutschlands Nummer eins nicht fehlerfrei durch. Der Zeitverlust durch eine Strafrunde war zu groß und Platz sieben nicht das, was sich die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison erhofft hatte. Die nächste Chance für die 31-Jährige, ihren Frieden mit Olympia zu schließen, bietet sich in der Verfolgung am Sonntag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport). Aber auch da wird es für die Biathlon-Weltmeisterin mit ihrem Rückstand schwer, die Podestplätze anzugreifen.

«Es schwingt Enttäuschung mit. Jedes Rennen ist eine Chance und jetzt habe ich es wieder nicht geschafft. Man darf nie aufgeben und morgen ist ein neuer Tag», sagte Preuß in der ARD etwas resignierend.

Preuß bezieht sicherheitshalber Einzelzimmer

Einstellen muss sich Preuß allerdings auf eine neue Situation in der Teamunterkunft. Sie bezog mittlerweile ein Einzelzimmer, weil ihre Teamkolleginnen Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt mit Magenproblemen zu kämpfen hatten. «Bei mir ist es stabil», sagte Preuß. Während Hettich-Walz nicht antreten konnte, stand Voigt immerhin am Start, obwohl sie zuletzt kaum etwas essen konnte. Andere deutsche Sportlerinnen sind aktuell nicht betroffen. «Die haben zum Glück ihr eigenes Bad gehabt», sagte Preuß.

Die sechs deutschen Frauen hatten sich zuvor ein großes Apartment mit mehreren Zimmern geteilt, nun wurde noch etwas großzügiger aufgeteilt. «Wir gehen nicht davon aus, dass es ein Virus war, sondern sie etwas Falsches gegessen haben. Es war auch nur eine Nacht», sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Preuß hatte sich zunächst ein Zimmer mit Anna Weidel geteilt. In der gemeinsamen Unterkunft erwischte es auch eine tschechische Athletin und einen tschechischen Betreuer mit Magenproblemen.

«Es braucht ein perfektes Rennen»

Nach 7,5 Kilometern hatte Preuß ganze 1:00,1 Minuten Rückstand auf die siegreiche Norwegerin Maren Kirkeeide. «Man kann nicht immer gewinnen, ich hänge etwas in den Top Ten hinten fest», sagte Preuß. Im Jagdrennen ist die Devise nun, das «Thema Medaille komplett auszublenden und im Hier und Jetzt zu sein. Es braucht ein perfektes Rennen, das ist das Ziel».

Wie das geht, zeigte die 22-jährige Kirkeeide. Sie hatte in der Mixed-Staffel mit zwei Strafrunden Norwegen eine Medaille verbaut und auch im Einzel nach fünf Fehlern als 49. eine bittere Enttäuschung erlebt. Jetzt verwies sie in einem packenden Fernduell die ebenfalls fehlerfreie Französin Océane Michelon um 3,8 Sekunden auf den Silberrang. Bronze sicherte sich die Gesamtweltcupführende Lou Jeanmonnot (+23,7 Sekunden) aus Frankreich, die trotz einer Strafrunde ihre dritte Medaille im dritten Rennen holte.

Dahlmeier holte letztes Sprint-Gold für Deutschland

Die letzte deutsche Olympia-Medaille im Sprint der Frauen hatte die im vergangenen Juli bei einem Bergunfall gestorbene Laura Dahlmeier mit Gold 2018 in Pyeongchang geholt. Auf eine Nachfolgerin muss der DSV noch warten.

Im Einzel hatte Preuß zwischenzeitlich auf Goldkurs gelegen, dann aber beim letzten Schießen mit zwei Fehlern eine mögliche Medaille aus der Hand gegeben. Sie war Zehnte geworden. Im Sprint hätte es für Preuß, die von ihrem Lebensgefährten Simon Schempp angefeuert wurde, aber auch fehlerfrei nicht zum Podest gereicht. Auch in der Laufzeit lag sie 50 Sekunden hinter Kirkeeide.

Voigt schießt wie ein Uhrwerk

Zweitbeste Deutsche war Voigt als Zwölfte (+ 1:14,0 Minuten). Sie wurde ihrem Ruf als beste Schützin des gesamten Feldes einmal mehr gerecht. Die Einzel-Vierte blieb fehlerfrei und hat damit in ihren bisherigen drei Olympia-Rennen nicht einmal daneben geschossen.

Dabei war gar nicht klar, ob sie starten konnte. Denn wie Hettich-Walz lag auch Voigt zwei Tage nur im Zimmer, wie sie in der ARD sagte. «Bis um 10.00 Uhr war mein Start gar nicht so ganz klar. Ich bin absolut stolz, weil mehr war heute absolut nicht machbar. Für das war es ein Wahnsinnssprint für mich», sagte die Thüringerin.

Youngster lassen Federn

Julia Tannheimer brachte sich bei ihrem Olympia-Debüt gleich im Liegendschießen mit zwei Strafrunden und 300 Extrametern um ein besseres Ergebnis. Die 20-Jährige blieb stehend dann aber fehlerfrei und wurde 20.

Das gleiche Schicksal ereilte Selina Grotian. Die 21-Jährige war kurzfristig für Hettich-Walz ins Team gerutscht. Doch gleich im ersten Anschlag schoss Grotian zweimal daneben. Bereits im Einzel als 55. hatte sie vier Scheiben stehen lassen. Stehend kam noch ein weiterer Fehlschuss dazu, sodass sie sich am Ende mit Rang 52 zufriedengeben musste.

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Olympische Winterspiele 2026
Julia Tannheimer feierte ihre Olympia-Premiere.© Hendrik Schmidt/dpa
Julia Tannheimer feierte ihre Olympia-Premiere.
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Vanessa Voigt hat bei Olympia noch nicht einmal daneben geschossen.© Hendrik Schmidt/dpa
Vanessa Voigt hat bei Olympia noch nicht einmal daneben geschossen.
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