
CSD ist die Abkürzung für Christopher Street Day. Der Name kommt von der Christopher Street in New York, wo die queere Bewegung zwar nicht direkt angefangen hat, aber ein großer Meilenstein gelegt wurde.
In den 1960er Jahren wurden Clubs, in denen queere Menschen gefeiert haben, oft von der Polizei geschlossen. Und dabei kam es oft zu Verhaftungen und auch zu Gewalt. Am 28. Juni 1969 bei einer Feier im Stonewall Inn, das ist ein Szene-Club in New York, wollte die Polizei den Club wieder schließen. Aber: an diesem Abend haben die Menschen sich gewehrt. Dieser Moment gipfelte schließlich in der ersten Pride Parade - dem ersten Christopher Street Day - kurz CSD. Das Stonewall Inn liegt nämlich direkt an der Christopher Street.
Nicht nur in New York, auch hier bei uns im RBRS-Land weht die Regenbogenflagge. Immer am ersten Samstag im August findet der Bonner CSD unter dem Namen „Beethovens Bunte“ statt. Organisiert wird er inzwischen vom Verein r(h)einqueer e. V. Die ganze erste Augustwoche über gibt es ein buntes Programm, das am 06. August in dem CSD-Straßenfest gipfelt. Helfende Hände für den Aufbau sind immer gerne gesehen, sagt Vorstandsmitglied Jürgen Rohrbach. Denn die Labels für verschiedene sexuelle Orientierungen, Geschlechteridentitäten und ähnliches sollten seiner Meinung nach nicht das soziale Miteinander einschränken:
Und auch wenn es beim CSD heute deutlich bunter zugeht als noch 1969, haben queere Menschen trotzdem noch nicht überall die gleichen Rechte. Deshalb ist der Pride Month auch immer noch so wichtig: um weiter für die Rechte von queeren Menschen zu kämpfen. Denn kein Mensch sollte aufgrund von Geschlecht oder Sexualität oder aus welchem Grund auch immer diskriminiert werden.
Gegen Diskriminierung von queeren Menschen setzt sich auch das Projekt SCHLAU Bonn ein. Dabei gehen queere Menschen in Schulklassen, beantworten Fragen und sprechen über die Diskriminierung. Alex von SCHLAU erklärt, wie man bei sich selbst merkt, dass man vielleicht selbst Menschen diskriminiert und was man dagegen tun kann:
Immer wenn ich merke, dass sich in mir Unwohlsein regt oder dass ich denke, ich lehne da gerade was ab, vielleicht auch erstmal innezuhalten und das nicht unmittelbar zu äußern, sondern das zu reflektieren. Sich zu fragen: „Was passiert eigentlich gerade in mir?“. Dass wir uns einfach mehr Zeit lassen mit unserer Kommunikation und in unserem Umgang miteinander.
Oft ist uns auch gar nicht bewusst, dass Dinge, die wir tun oder Wörter, die wir sagen eine Gruppe diskriminieren. Vielleicht auch weil die Betroffenen Angst haben, genau das anzusprechen, meint Fabian von SCHLAU:
Diese Ängste sind teilweise vielleicht unbegründet, manchmal werden die aber eben auch genährt, durch Personen, die zum Beispiel „schwul“ als Schimpfwort benutzen und dadurch der Person signalisieren, eigentlich ist das gar nicht so cool, dass jemand schwul ist. Auch wenn das in dem Moment gar nicht so gemeint ist.
Natürlich ist es trotzdem diskriminierend, auch wenn das nicht die Absicht ist. Denn auch wenn es nicht beabsichtigt ist, kann Menschen durch diese Art von Diskriminierung natürlich auch Schaden zugefügt werden.
Der Tipp von den Beiden: das eigene Handeln beobachten, sich mit Menschen austauschen und immer offen bleiben. Und was vielleicht auch in allen Lebenslagen hilft: erst denken, dann sprechen.
