
Sparmaßnahmen: Schauspiel Bonn vor dem Aus
Die Stadt Bonn spart - und zwar vor allem im Kulturbereich. Das Schauspiel in Bad Godesberg soll wohl aufgegeben werden. Die Stadtspitze hatte sich gestern zur Haushaltsklausur getroffen und jetzt erste Ergebnisse ihrer Sparbemühungen bekanntgegeben.
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Demnach ist ein zentraler Kulturcampus auf der rechten Rheinseite in Beuel vom Tisch. Außerdem sollen jetzt doch nicht alle Sparten der Bonner Bühnen erhalten bleiben. Ein klares Bekenntnis gibt es nur für die Sparte Musiktheater, also für Oper, Tanz und Musical, weil hier auch das Beethoven Orchester Bonn beteiligt sei, heißt es. Die Aufgabe des Bereichs Schauspiel werde man prüfen. Damit steht das Theater in Bad Godesberg wohl vor dem Aus. Weil es außerdem keinen Neubau in Beuel geben wird, müssten jetzt Sanierungen der bisherigen Spielstätten geprüft werden. Das könne aber zu mehreren Bauabschnitten mit längeren Schließzeiten führen.
Erst vor wenigen Tagen war der Vertrag mit dem Generalintendanten des Theaters Bonn Bernhard Helmich verlängert worden. Er soll noch bis 2030 in dieser Funktion in der Bundesstadt bleiben - künftig wohl mit kleinerem Aufgabenbereich. Helmich leitet das Theater Bonn seit 2012.
Die anderen Sparmaßnahmen der Stadtspitze im Überblick:
- Einsparung von 400 Personalstellen bis zum Jahr 2031
- Keine Taktverdichtung auf der heutigen Stadtbahnlinie 66 und keine Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 nach Buschdorf
- Vorerst keine 100 Prozent-Übernahme des Kita-Trägeranteils
- Einsparung von über 50 Prozent der Mittel im Klimabereich (Förderprogramme)
- Kleinere Maßnahmen: keine kostenlose Grippeschutzimpfung mehr für die Stadtbeschäftigten, keine Folgesitzung des Rates an Montagen, Aussetzung der Imagekampagne „Bonn macht happy“
Insgesamt habe man schon einen zweistelligen Millionenbetrag zusammengestrichen, heißt es von der Bonner Stadtspitze. Das reiche aber bei Weitem nicht. Man arbeite an weiteren Einsparvorschlägen.