
Die Serie führt uns in die Welt der scheinbar immer fröhlichen,oft oberflächlichen amerikanischen Morningshows mit ihren Popsternchen und TV Köchen und Wetterfuzzies. Alex Levy (Jennifer Aniston in ihrer ersten Serienrolle seit "Friends") und Mitch Kessler gespielt von Steve Carell sind die absoluten Stars. Dazu muss man wissen: die Amerikaner lieben ihre Morningshows und die Hauptmoderatoren sind, anders als bei uns, richtige Stars. Die beiden machen die Show seit ewigen Zeiten zusammen und dann die Schocknews: Mitch wird wegen sexueller Belästigung gefeuert. #Metoo!
Ursprünglich war The Morning Show als Serie übers Frühstücksfernsehen werden – dann kam die #Metoo-Welle ins Rollen. Daraufhin wurde diese Thematik neu ins Drehbuch geschrieben. Und jetzt ist #Metoo der Dreh und Angelpunkt. Wer missbraucht wie seine Macht? Wer weiss davon, sagt aber nichts? Wo fängt sexueller Missbrauch an?
Sexuelle Belästigung hinter den Kulissen des Frühstücksfernsehens
Neben #MeToo geht’s aber auch um Existenzängste. Jennifer Aniston wandelt in ihrer Rolle immer ganz nah am Nervenzusammenbruch. Sie befürchtet, die Bosse wollen sie aus der Show schmeißen und gegen die jüngere Reese Witherspoon ersetzen. Wer ist wem gegenüber loyal? Wer intrigiert gegen wen? Es ist fast schon Soap-Opera Stoff. Läuft es wirklich so hinter den Kulissen ab? Ich kann es mir gut vorstellen. Es steckt eine Menge Stoff in The Morning Show. Trotzdem wirkt die Serie nicht überfrachtet. Fast jeder Charakter hat Emotionen bei mir ausgelöst. Vor allem der Charakter den Jennifer Aniston spielt (Drama-Queen) nervt gewaltig. Aber man ist eben emotional nah dran an den Darsteller*innen. Für mich der heimliche Star der Serie ist Billy Crudup als spleeniger und hinterlistiger Nachrichten Chef, bei dem man nie weiß, was der im Schilde führt.
The Morning Show ist aktuell, hoch emotional, temporeich mit einigen Wendungen und bietet einen Blick hinter die Kulissen der amerikanischen TV Welt, die nur vor der Kamera sorgenfrei ist. (Zu sehen bei AppleTV+).