
Toter Pensionswirt in Bornheim-Hersel: Urteil erwartet
Aus Habgier soll ein 64-Jähriger in Bornheim einen Pensionswirt ermordet haben. Der Angeklagte und das Opfer waren seit vielen Jahren befreundet. Heute wird am Bonner Landgericht das Urteil erwartet.
Veröffentlicht: Dienstag, 02.06.2026 05:45
Habgier als Motiv?
Laut der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte alles geplant haben: Nach dem Tod seines langjährigen Freundes wollte er die Pension übernehmen und selber weiterführen, heißt es. Dafür soll er sein Opfer in dessen Büro aufgesucht und von hinten gewürgt oder gedrosselt haben. Der Angriff soll so überraschend gekommen sein, dass sich das Opfer laut Anklage nicht verteidigen konnte und an den Verletzungen starb. Anschließend soll der 64-Jährige den Kopf des Opfers mit Klebeband umwickelt und ihm Goldschmuck abgenommen haben. Spätestens durch das Klebeband sei das Opfer gestorben, sagt die Anklage. Damit waren Mund und Nase abgedeckt worden.
Keine Beweise, nur Indizien
Es handelt sich um einen reinen Indizienprozess. Es geht unter anderem um die Frage, wie die Fingerabdrücke des Angeklagten auf das Klebeband gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor von einem Mord aus Habgier, niedrigen Beweggründen und Heimtücke aus. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe. Der 64-jährige Angeklagte beteuert weiter seine Unschuld. Seine Verteidigung will einen Freispruch erreichen.