
Über 300.000 Euro Beute bei Schockanruf in Bonn
Ein betrügerischer Schockanruf war in Bonn erfolgreich - und die Betrüger kassierten eine Rekord-Beute: Mehr als 300.000 Euro, schätzt die Bonner Polizei. Opfer war eine 81-Jährige, bei der gestern das Telefon klingelte.
Veröffentlicht: Freitag, 11.08.2023 07:06
Eine Frau war dran, behauptete, vom Amtsgericht zu sein, und dass die Tocher der Seniorin jemanden totgefahren habe. Damit sie nicht ins Gefängnis müsse, sei Geld fällig. Das war also die Masche mit dem sogenannten Schockanruf. Die 81-Jährige fiel darauf rein, zuerst bekam sie Besuch von einer Betrügerin, die Geld abholte, danach kam noch eine zweite, die Schmuck mitnahm. Dann rief die Seniorin ihre echte Tochter an, der Betrug kam heraus, aber das Geld und die Wertsachen waren weg. Die Polizei bittet wieder darum, immer misstrauisch bei Anrufen zu sein, und niemals über Geld zu reden, und das erst recht keinen Unbekannten zu geben.
Die Polizei warnt und rät:
Betrüger geben sich als Familienangehörige oder Amtsträger aus und berichten bei Schockanrufen von angeblichen Verkehrsunfällen oder geben vor, dass ein Einbruch bevorsteht und die Polizei ihre Mithilfe benötigt.
Seien Sie misstrauisch bei allen Anrufen - gesundes Misstrauen ist nicht unhöflich!
Rufen Sie Ihren vermeintlichen Verwandten unter einer Ihnen bekannten Nummer zurück und vergewissern Sie sich, ob tatsächlich eine Notlage vorliegt.
Machen Sie am Telefon keine Angaben zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen. Die richtige Polizei befragt Sie am Telefon nicht nach Bargeld oder Wertgegenständen, die Sie zu Hause oder auf einer Bank haben - auch nicht im Rahmen von dringenden Ermittlungen.
Hinweis:
Aus aktuellen polizeilichen Ermittlungen ist bekannt, dass auch Telefonbetrüger bei der Vorbereitung ihrer Taten zunehmend auf persönliche Daten zurückgreifen, die sie auch aus aktuellen Traueranzeigen herausarbeiten!
Händigen Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte aus. Beenden Sie das Telefonat - legen Sie den Hörer einfach auf oder drücken Sie die entsprechende Taste am Telefon. Informieren Sie sofort die Polizei über 110, indem Sie nach dem Auflegen selbst den Notruf der Polizei wählen. Vertrauen Sie sich zudem Angehörigen oder Bekannten an.
Dieser Warnhinweis richtet ausdrücklich nicht nur an ältere Menschen, sondern auch an jüngere Generationen. Um den Betrügern das Leben so schwer wie möglich zu machen und eine Aufklärung der Taten weiter zu intensivieren, helfen Sie der Polizei, indem Sie Bekannte und Familienangehörige vor den Betrugsmaschen warnen. Nutzen Sie bitte Ihre Netzwerke, um auf diese Taten aufmerksam zu machen.
Die Seniorenberatung der Bonner Polizei bietet Betroffenen und deren Familienangehörigen nach einem solchen Vorfall eine Beratung in einem persönlichen Gespräch und bei Bedarf weiterführendes Informationsmaterial an. Rufen Sie gerne unsere Präventionsdienststelle unter 0228 15-7676 an oder schreiben Sie eine E-Mail an seniorenberatung.bonn@polizei.nrw.de.
Weitere Tipps zum Schutz vor Schockanrufen: https://bonn.polizei.nrw/seniorenpraevention-0
Beachten Sie zur Unterstützung einer konsequenten Strafverfolgung bitte auch: Sollten Sie in der Vergangenheit Opfer einer solchen Straftat geworden sein, erstatten Sie bitte auch im Nachhinein Anzeige!