
Urteil: Erbistum muss 300.000 Euro Schmerzensgeld zahlen
Ein ehemaliger Messdiener forderte 750.000 Euro vom Erzbistum wegen sexuellen Missbrauchs - er bekommt jetzt 300.000 Euro. Das hat das Kölner Landgericht heute entschieden. Der 62-Jährige ist in den 70ern mehr als 300 Mal von einem Priester missbraucht worden.
Veröffentlicht: Dienstag, 13.06.2023 16:10
Das Urteil schreibe Rechtsgeschichte, heißt es vom Kirchenrechtler Thomas Schüller gegenüber der Agentur dpa. Erstmals werde die katholische Kirche durch ein staatliches Gericht zu einer auch in der Höhe außergewöhnlichen Summe verurteilt, daran würden sich zukünftig auch andere Gerichte zumindest orientieren. Das Erzbistum hatte entschieden, nicht darauf zu pochen, dass die Fälle inzwischen verjährt sind. Eine so hohe Summe wurde noch nie gezahlt, über 100.000 Euro gab es nur selten. Betroffene hatten die freiwilligen Zahlungen des Erbistums schon oft als zu niedrig kritisiert. Zuständig dafür ist eine unabhängige Kommission hier in Bonn.