
Warnstreik bei Haribo in Bonn - es geht um die Tarife
Sie machen Süßes, sind aber so richtig sauer. Die Beschäftigten von Haribo in Bonn sind am frühen Morgen in den längsten Warnstreik der Werksgeschichte eingetreten. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu einem 18-stündigen Ausstand seit heute früh um fünf Uhr aufgerufen. Die Süßwarenindustrie steckt nämlich mitten im Tarifstreit.
Veröffentlicht: Freitag, 24.07.2026 03:46
Die Gewerkschaft fordert 5,8 Prozent, die Arbeitgeber bieten 2
Die Gewerkschaft beklagt, dass die Arbeitgeber kein vernünftiges Angebot vorlegen. Sie hätten bislang gerade mal ein Lohnplus von zwei Prozent angeboten und eine Einmalzahlung von nicht einmal 160 Euro. Das sei gar kein Angebot, sondern eine Farce, sagt die NGG. Sie fordert 5,8 Prozent mehr, mindestens aber 230 Euro im Monat. Knapp 600 Leute arbeiten bei Haribo im Werk an der Hans-Riegel-Straße. Möglichst viele sollen die NGG-Forderungen heute unterstützen, noch bis 23 Uhr. Die Produktionsbänder werden gedrosselt. Es soll dadurch Ausfälle geben bei Lakritzschnecken, Colorado und Co. Um 13 Uhr ist heute auch eine Protestkundgebung vor dem Haribo-Werkstor angekündigt. Man will den Arbeitgebern der Süßwarenindustrie – so wörtlich - "Saures geben".