Bonner Kindermediziner berichten über erstaunlichen Corona-Effekt
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.02.2024 10:29
Medizinern der Unikinderklinik Bonn ist ein erstaunlicher Corona-Effekt aufgefallen. Nach der Pandemie wurden 20 bis 30 Prozent mehr Fälle verfrühter Pubertät erfasst.

Das sagte uns Kindermedizinerin Bettina Gohlke vom UKB. Das Phänomen sei aber weltweit festgestellt worden. Entsprechende Daten gebe es aus Europa, den USA und China, heißt es. Woran das liegt, ist aber offenbar noch unklar. Möglich sei ein Zusammenhang mit höherer psychosozialer Belastung während der Pandemie. Frühere Studien hätten ergeben, dass Kinder in solchen Situationen früher reifen. Diskutiert wird auch ein Gewichtseffekt. Viele Kinder aßen in der Pandemie mehr oder bewegten sich weniger. Übergewicht gilt als einer der wichtigsten Faktoren von früh einsetzender Pubertät. Eine Vermutung zum Corona-Effekt ist auch, dass die frühere Entwicklung den Eltern eher auffiel, weil sie wegen Schulschließungen und Homeoffice mehr Zeit mit ihren Kindern verbrachten. Von verfrühter Pubertät ist die Rede, wenn sich die körperlichen Merkmale bei Jungen vor dem neunten, bei Mädchen vor dem achten Lebensjahr entwickeln.


