Bonns Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt zurück - erste Reaktionen
Veröffentlicht: Dienstag, 24.03.2026 11:01
Es hatte sich abgezeichnet, wir hatten heute Morgen schon berichtet, jetzt ist es offiziell – der Bonner Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt zurück. Das teilten die SWB mit. Hermes sagt: Ein Weiter-so sei nicht mehr möglich, er sehe keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und will den SWB-Konzern verlassen. Hermes hat dem Aufsichtsrat seine außerordentliche Kündigung zukommen lassen.

Es habe neue Geschehnisse gegeben, berichtet Hermes - ein Weiter-so sei nicht mehr möglich
Er führt als Grund die internen Auseinandersetzungen rund um das Thema Compliance an. Obwohl es zuletzt eine kurzfristige Verständigung zwischen Hermes und der Bonner Stadtspitze gab, hätte es danach neue Geschehnisse und neue Hintergründe gegeben, berichtet Olaf Hermes. Er geht dabei nicht ins Detail, bezieht sich dabei aber auf die sogenannten Klüngel-Vorwürfe gegen die Bonner Stadtspitze rund um den Kauf eines Grundstücks am Flugplatz Hangelar. Aufgrund derer hatte Hermes ein Compliance-Verfahren gegen das Büro von Oberbürgermeister Déus eingeleitet. Gestern hätte es ein Gespräch mit Oberbürgermeister Déus und Landrat Schuster geben sollen, das Hermes aber kurzfristig platzen ließ – Déus hatte ihm eine Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt, die damit hinfällig ist. Hermes will durch seine Kündigung den Weg frei machen für einen aus seiner Sicht notwendigen unbelasteten Neuanfang. Er dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des gesamten SWB-Konzerns für den überwältigenden Zuspruch in letzter Zeit und die stats engagierte und leidenschaftliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Er hatte den Posten als SWB-Chef 2022 übernommen.
Déus nimmt die Kündigung mit Bedauern zur Kenntnis
Von Bonns Oberbürgermeister Déus kam bereits eine Reaktion: Er drückte sein Bedauern aus, Hermes habe eine sehr gute Arbeit geleistet. Aus seiner Sicht sei dieser Schritt vermeidbar gewesen. Nach Aufklärung der Compliance-Vorwürfe sei er auf Hermes zugegangen und habe ihm die Hand gereicht. In Gesprächen habe man auch eine Einigung erzielt. Allerdings habe Hermes weder auf Telefonanrufe noch auf Mails der letzten Tage reagiert, daher könne Déus zu den Gründen von Hermes’ Demission nichts sagen. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass man diese persönlich besprochen und nach Möglichkeit aus der Welt geschafft hätte.
Interimsnachfolger für Hermes
Interimsweise wird nun Marco Westphal die Aufgabe von Hermes übernehmen, er ist Geschäftsführer und Arbeitsdirektor im SWB Konzern. Im Gespräch mit RBRS sagte er: "Aus der rein kollegialen Perspektive gab es viele Menschen auch intern, die Hermes halten wollten. Er hat für sich eine andere Entscheidung getroffen, und das gilt es zu respektieren."


