«Der schwarze Schwan»: Eiskalter Racheengel
Veröffentlicht: Montag, 02.02.2026 05:30

TV-Ausblick
Berlin (dpa) - Alles beginnt mit einem scheinbar harmlosen Anruf und endet mit dem Erwachen auf dem verdreckten Boden eines Swingerclubs im Berliner Osten. Dort wollte er einen Klienten treffen, doch wenig später findet sich der blutbefleckte Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) in einer Arrestzelle wieder. Seine Kollegin Marie-Luise Hoffmann (Stefanie Stappenbeck) teilt ihm mit, dass er beschuldigt wird, den Clubbetreiber ermordet zu haben.
Die neunte Folge der losen Vernau-Reihe (seit 2012) um den Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau heißt «Der schwarze Schwan» und läuft amn diesem Montag (20.15 Uhr) im ZDF. Im Streamingportal steht sie schon seit Wochen.
Nur mit Hilfe der Zeugin Juliane Halstenberg (Rike Schmid) kann Vernau seine Unschuld beweisen. Die Brauereierbin hat vor 30 Jahren die Villa ihres Vaters Robert (Walter Kreye) verlassen. Der Vater hat Vernau beauftragt, sie zu finden.
Ein raffinierter Krimi mit vielen Rückblenden
Da sie wieder in Berlin ist, gelingt ihm das auch, was mit dem Swingerclub zu tun hat. Doch obwohl Juliane dringend Geld braucht, weigert sie sich, ihren reichen Vater Robert wiederzusehen - angeblich soll er sie damals missbraucht haben. Bald darauf wird der schwerreiche und schwerkranke Brauereibesitzer bewusstlos aufgefunden.
Drehbuchautor und Regisseur Josef Rusnak (67, «Neben der Spur») hat hier seinen fünften Film der Reihe inszeniert; er basiert nicht auf einem Roman von Elisabeth Herrmann. Anfangs fällt es schwer, in die verzwickte Geschichte hineinzufinden - zu viele Rückblenden (ohne die kaum ein TV-Krimi mehr auskommt), die Vergangenheit reicht Jahrzehnte zurück.
Als sich so mancher Clubnebel (tolle Ausstattung, klasse Musik) lichtet, kommt ein raffiniertes Verwirrspiel zum Vorschein. Rike Schmid (46, «Ein Schwarzwaldkrimi») glänzt hier als eiskalter blonder Racheengel - ihre Figur der Juliane fühlt sich als sichere Erbin und von einigen Leuten verraten. Selbst ein gewitzter Anwalt droht ihr auf den Leim zu gehen - beinahe jedenfalls.


