Die ÖPNV-Streik-Bilanz: In Bonn machten 1.200 Menschen mit

Seit dem frühen Morgen rollt der ÖPNV‑Verkehr bei uns wieder. Zum Betriebsstart haben die Busse und Straßenbahnen von SWB und KVB die Depots wieder verlassen. Heute soll in Bonn alles wieder nach Plan fahren. Mögliche weitere Streikmaßnahmen hat die Gewerkschaft ver.di aber nicht ausgeschlossen. Das hänge davon ab, ob die Arbeitgeberseite ein gutes Angebot vorlege, heißt es von Ver.di. Die Gewerkschaft kämpft für bessere Arbeitsbedingungen, also etwa für kürzere Arbeits- und längere Ruhezeiten der Fahrerinnen und Fahrer.

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Busse und Bahnen blieben in Bonn in den Depots - der Streik endete um 3 Uhr in der Nacht

Laut Ver.di haben sich allein in Bonn gestern 1.200 Menschen an dem Ausstand beteiligt. Kundgebungen gab es an den SWB-Betriebshöfen. Gestern waren aber lange nicht alle Busse ausgefallen. Subunternehmer, für die andere Tarifverträge gelten, sind gefahren. Damit war rund ein Drittel aller Busse zwar auf der Straße, wegen des dichten Verkehrs aber teilweise mit großen Verspätungen. 

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Die Zeit ohne Bahnen wurde auch für Gleisarbeiten genutzt

Die Häfen und Güterverkehr HGK aus Köln hat die Streikpause auf den Gleisen gestern spontan genutzt, um an der Stadtbahnlinie 16 zu arbeiten, die normalerweise zwischen Bonn-Bad Godesberg und Köln-Niehl unterwegs ist. Gestern war streikbedingt Ruhe auf der Strecke; deshalb hat die HGK Arbeiten an den Fahrleitungen im Bereich Godorf einfach vorgezogen, heißt es. Man sei die Strecke mit sogenannten Zwei-Wege-Fahrzeugen abgefahren, die sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene eingesetzt werden können, heißt es. Arbeiten an der Oberleitung seien komplex. Normalerweise können sie immer nur nachts in den Betriebspausen erledigt werden, weil dann der Strom abgeschaltet werden muss. Gestern gab es mal mehr Zeit dafür. Dadurch habe man mindestens eine Woche Nachtarbeit gespart, sagte uns ein HGK-Sprecher.

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