Elektroroller im Test

Radio Bonn/Rhein-Sieg Reporter Sven Jaworek überlegt, sich eine Alternative zum Auto anzuschaffen. Von den Stadtwerken Bonn hat er sich über`s Wochenende einen Elektro-Roller ausgeliehen. Seinen Testbericht könnt ihr hier nachlesen:

Die SWB verleihen jetzt auch E-Roller
© RBRS

Eine sehr gute Auto-Alternative

Ich überlege schon seit längerem, mir einen Roller zu kaufen. Ich will zwar nicht komplett auf mein Auto verzichten, suche aber nach einer Alternative um zur Arbeit zu kommen und um in der Stadt unterwegs zu sein. Die SWB bieten neuerdings an, sich kostenlos einen E-Roller auszuleihen. Diese Roller sind auf 45km/h gedrosselt - können also mit einem herkömmlichen Führerschein gefahren werden.

Diese Roller der Firma Kumpan sind mit drei Akkus ausgestattet, die sich unter der Sitzbank befinden. Jeder einzelne Akku hat eine Power-Anzeige. Zusätzlich wird der Akku-Stand auf dem sehr übersichtlichen Display angezeigt. Ich bekomme noch ein Netzteil überreicht. Das kann ich an eine herkömmliche Steckdose anschließen. Die Ladezeit beträgt 3-4 Stunden wenn die Akkus mal komplett leer sind. Laut Hersteller beträgt die Reichweite 180 km. Bei oft noch kalten Temperaturen soll ich aber von 120-130 km Reichweite ausgehen.

Per Funk oder alternativ auf Knopfdruck schaltet sich der Roller ein. Das Display zeigt mir u.a. meine verbleibende Reichweite.

Und ab geht die Fahrt

Ungewohnt ist es ja schon. Ich bin es gewohnt, den Kickstarter zu drücken, dann röhrt der Motor los. Gibt es beim E-Roller natürlich nicht. Ich bin gespannt auf den Anzug und werde nicht enttäuscht. Lautlos nimmt der Roller seine Beschleunigung auf. Etliche Menschen an denen ich vorbeischnurre gucken. Eigentlich ist man von einem Roller ja gewohnt, dass er stinkt und laut ist. Mich sieht man zwar, man hört mich aber nicht. Und das ist auch die Crux. Nach einem Kilometer fahre ich hinter einer älteren Dame, die plötzlich auf ihrem Fahrrad die Straßenseite wechselt, ohne nach hinten zu blicken. Nach dem Motto: wenn ich nichts höre ist wohl auch nicht hinter mir.

Am Samstag Nachmittag scheint die Sonne. Rollerfahren macht einfach Spaß denke ich mir. Da bin ich schon längst davon überzeugt, dass so ein Roller eine ideale Auto-Alternative ist.

Fast zu 100% überzeugt

Die Optik der Stadtwerke-Roller überzeugt mich nicht ganz. Auch besteht mir der Roller zu viel aus Plastik. Aber das ist Geschmackssache. Und nach meiner Testfahrt bin ich mir sicher: wenn ich mir einen Roller zulege dann eine Nummer größer in der "80er Version". Um zur Arbeit zu kommen müßte ich über die A565 fahren. Das ist mit einem "50er" nicht erlaubt. Ich müßte also den Umweg über die Kennedybrücke fahren. Die Mondorfer Fähre fährt erst ab 6.30Uhr - zu spät für mich. Außerdem wäre das Fahrgefühl mit einem "80er E-Roller" noch besser. Die Kumpan-Roller beginnen preislich bei 3200 Euro. Für mich ist das noch zu teuer.

Gesamtfazit

Reichweite und Fahrgefühl überzeugen. E-Roller fahren ist umweltbewusst und macht Spaß. Für mich ist die "50er" allerdings zu langsam. Der Kaufpreis überzeugt mich noch nicht. Mein Tipp: wer, wie ich mit dem Gedanken spielt, sich einen Roller zu kaufen sollte das Angebot der SWB wahrnehmen und mal einen E Roller ausleihen. Das Angebot richtet sich an Kunden der SWB. KOSTENLOSER E ROLLER VERLEIH

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