Nach Tod ihres Babys: Junge Frau in Bonn zu Haftstrafe verurteilt
Veröffentlicht: Freitag, 14.02.2025 17:41
Es ist ein harter Fall, der heute vor dem Bonner Landgericht zu Ende gegangen ist: Eine junge Frau aus Vietnam hatte letztes Jahr im April in ihrem Bonner WG-Zimmer einen Jungen geboren; er war kurz darauf gestorben.
Angeklagt war die Frau wegen vollendeter Tötung; sie sollte das Kind mit einem Kissen erstickt haben. Heute dann das Urteil: zwei Jahre und neun Monate Haft wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen. Das Gericht ging schließlich davon aus, dass das Kind schon während der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen hatte. Als die junge Frau sah, dass es dem Baby schlecht ging, habe sie dann bewusst nichts unternommen. Anschließend soll sie den toten Jungen in eine Decke gewickelt und in einem Karton in ihren Kleiderschrank gelegt haben.
Erst als die junge Frau später ihre Mitbewohner wegen starker Blutungen um Hilfe bat, kam sie in ein Krankenhaus. Vorher hatte sie ihre Schwangerschaft in der WG wohl verheimlicht. In der Klinik kam dann der Verdacht auf, dass sie vorher schwanger gewesen sein könnte. Die Polizei wurde informiert; sie fand das tote Baby in der Wohnung.
Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau in ihrer Anklage vorgeworfen, den kleinen Jungen bewusst erstickt zu haben. Das konnte die Kammer aber so nicht feststellen. Die Anklage hatte ursprünglich zehn Jahre Haft gefordert.

