Royals in den USA: König Charles pocht auf Zusammenhalt

Britisches Königspaar zum Staatsbesuch in den USA
© Henry Nicholls/PA Wire/dpa

Heikler Staatsbesuch

Washington (dpa) - Bereits während der ersten Schritte des britischen Königspaars auf amerikanischen Boden ist zu erahnen, mit welchem Anliegen König Charles III. und Königin Camilla US-Präsident Donald Trump besuchen. Camilla, gekleidet ganz in Rosa, trägt eine Brosche, die die Flaggen beider Nationen eng miteinander verschlungen zeigt. Britische Medien werten das als klares Zeichen für eine anglo-amerikanische Einheit inmitten der politischen Krise.

Trump und First Lady Melania empfingen das Königspaar am Montag in Washington zu einem mehrtägigen Staatsbesuch, der als diplomatischer Drahtseilakt gilt. Insbesondere auf Premierminister Keir Starmer war Trump zuletzt nicht gut zu sprechen, unter anderem wegen der aus seiner Sicht fehlenden Unterstützung im Iran-Krieg griff Trump den Premier verbal immer wieder an.

Im Vereinigten Königreich, dem die besondere Beziehung zu den USA immer wichtig ist, ist daher gar von dem schwierigsten Staatsbesuch in der bisherigen Amtszeit des Königs die Rede. Trump ist zwar großer Fan der britischen Royals und entsprechend positiv gestimmt - gilt aber eben auch als unberechenbar.

Der erste Tag ging zumindest öffentlich ohne besondere Vorkommnisse und Fehltritte zu Ende. Trump und Charles tauschten sich bei strahlendem Sonnenschau gut gelaunt aus und posierten mit Melania und Camilla für ein Foto. Darauf folgten eine traditionell britische Teestunde und eine Gartenparty bei der britischen Botschaft.

Charles mahnt zu Zusammenhalt

Am Dienstag erwartete das Königspaar volles Programm, das von Charles diplomatisches Feingefühl abverlangte. Mit Spannung wurde dabei vor allem die Rede des britischen Monarchen vor dem US-Kongress erwartet. Charles ist erst der zweite Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., dem diese Ehre zuteilwerden sollte.

Der König werde die amerikanisch-britische Verbindung als Geschichte der «Versöhnung und Erneuerung» bezeichnen, berichteten britische Medien vorab. Zudem werde er von «einer der bedeutendsten Allianzen der Menschheitsgeschichte» sprechen.

Trotz mancher Differenzen in der Vergangenheit hätten die gemeinsamen Traditionen der Verbündeten dazu geführt, dass «unsere beiden Länder immer wieder Wege gefunden haben, zusammenzukommen», heißt es den Berichten zufolge im Manuskript der Rede. Die Beziehungen in den Bereichen Verteidigung, Nachrichtendienste und Sicherheit würden «nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten gemessen».

Die Hoffnung im Regierungssitz Downing Street in London ist groß, dass der König vor allem im persönlichen Gespräch mit Trump das Verhältnis der Verbündeten wieder in eine positive Richtung lenken kann. Im vergangenen Jahr war Trump mit Protz und Prunk auf Schloss Windsor in Großbritannien empfangen worden. Der US-Präsident bezeichnet den britischen König als Freund.

Charles' Staatsbesuch erfolgt inmitten einer tiefen politischen Krise in der Heimat. Premierminister Keir Starmer, offiziell vom König mit der Regierungsbildung beauftragt, muss sich parteiintern wie extern lauter Kritik erwehren. Im Kern geht es um die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA, der einst enge Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein pflegte. Der Epstein-Skandal ist auch bei Trump immer wieder Thema, der US-Präsident weist jegliche Vorwürfe einer Beteiligung an Straftaten zurück.

Trotz Forderungen kein Treffen mit Epstein-Opfern

Am Mittwoch geht es für Charles und Camilla weiter nach New York. Dort wollen die Royals unter anderem Rettungskräfte und Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 treffen. Letzte Station der USA-Reise ist Virginia, wo Charles und Camilla mit Vertretern der amerikanischen Ureinwohner zusammentreffen wollen.

Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wies der Palast im Vorfeld des Staatsbesuchs ab. Charles jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew (66), war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.

Ganz ausweichen können wird der König dem Thema aber nicht. Er und andere Aktivisten wollen während der Rede des Königs im Kongress ganz in der Nähe Präsenz zeigen, sagte zuletzt der Bruder Giuffres, Sky Roberts. Giuffre hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen. Roberts hatte den König bei einem BBC-Interview eindringlich um ein Treffen gebeten.

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Britisches Königspaar zum Staatsbesuch in den USA
Charles spricht am Dienstag zum US-Kongress.© Suzanne Plunkett/PA Wire/dpa
Charles spricht am Dienstag zum US-Kongress.
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Britisches Königspaar zum Staatsbesuch in den USA
Trump und Charles tauschen sich aus.© Chris Jackson/PA Wire/dpa
Trump und Charles tauschen sich aus.
© Chris Jackson/PA Wire/dpa

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