Viele Fragen offen: Diskussionen um Grundstück in Hangelar
Veröffentlicht: Freitag, 09.01.2026 05:52
Ein Grundstücksverkauf am Gelände des Flughafens Hangelar sorgt schon seit einigen Wochen für hitzige Diskussionen in Bonn – und jetzt auch im Rhein-Sieg-Kreis. Denn die Kreisverwaltung hat gegen das Vorkaufsrecht der Flugplatzgesellschaft gestimmt. Als einzige der insgesamt vier Anteilseigner. Kurz vorher soll sie aber noch für einen Kauf gewesen sein. Woher der spontane Meinungswechsel? Das fragt sich derzeit die SPD-Kreistagsfraktion und hat deshalb einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Sagte uns Kreis-SPD-Geschäftsführer Michael Richter.
"Das wirkt alles doch erstmal sehr unstimmig und mysteriös, dieser Fall wirft sehr viele Fragen auf. Was auf keinen Fall entstehen darf, ist dass hier irgendwelche Entscheidungen gegen die wirtschaftlichen Interessen des Flughafens getroffen wurden, begründet darin, dass in der Vergangenheit Spenden geflossen sind. Diesen Verdacht, den muss jetzt der Landrat und der Kreis irgendwie ausräumen. Und deshalb bleiben wir auch an der Sache so dran."
Das Unternehmen, das von der Entscheidung der Flughafengesellschaft gegen den Kauf profitiert hätte, wäre wohl das Bonner Unternehmen UNIVERS gewesen. Dessen Gründer und Geschäftsleiter hatte die CDU in den letzten Jahren immer wieder durch Geldspenden unterstützt. Im vergangenen Jahr floss auch erstmals eine Spende an den Kreisverband Bonn.

Mutmaßliche Abstimmungs-Anweisungen, plötzliche Meinungsänderungen und Spendengelder: Was passierte rund um das Grundstück in Hangelar?
„Mein Handeln diente zu jedem Zeitpunkt ausschließlich dem Wohle der Stadt.“ – Das sagt Bonns CDU-Oberbürgermeister Guido Déus. Er reagiert damit auf das sogenannte Compliance-Verfahren gegen sein Büro. Die Stadtwerke lassen da ja derzeit prüfen, ob Déus zu weit gegangen ist, als er die Stadtwerke anwies, ein Grundstück am Flugplatz Hangelar nicht zu kaufen. Déus betont immer wieder, bei diesem Grundstückskauf hätte es zu viele offene Fragen und zu hohe Risiken gegeben. So seien etwa Grundstückswert und -preis völlig ungeklärt. Es gebe auch keine konkreten Finanzierungsangebote von Banken. Es bestehe auch das Risiko von Schadenersatzansprüchen, falls der Kauf letztlich doch nicht vollzogen werde, sagte uns Déus. Und die oft angeführten Nachteile oder Vorteile für Dritte sieht Guido Déus auch nicht. Seines Wissens nach habe es immer mehrere Interessenten für dieses Grundstück am Flugplatz Hangelar gegeben.In der öffentlichen Diskussion ist meist aber nur von einem die Rede, dem Busunternehmen Univers.


